17.3.2008

Mehr Frauen hätten eine Mütterkur nötig – Caritas rät: Vorsorge- und Reha-Maßnahmen nutzen!

Kindererziehung, Haushaltsführung, berufliche Tätigkeit und manchmal noch die Pflege eines Angehörigen verlangen von Müttern körperliche und seelische Höchstleistungen. Nicht zu warten, bis es zu spät und der Zusammenbruch unausweichlich ist, rät der Diözesan-Caritasverband Bamberg.

Nach einer Umfrage des Institutes für empirische Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg (IfeS) haben 20 Prozent der befragten Mütter und 11 Prozent der befragten Väter einen medizinisch begründeten Bedarf nach einer Kurmaßnahme. Aber nur ein Zehntel fährt tatsächlich in Kur. Die Studie weist deshalb darauf hin, dass zur Zeit eine „deutliche Unterversorgung“ in der medizinischen Vorsorge- und Rehabilitation für Mütter und Väter vorliegt.

Liselotte Schallenberg, Referentin für Müttergenesung beim Diözesan-Caritasverband Bamberg, ermutigt Mütter, die sich überfordert und krank fühlen: „Kommen Sie in unsere Beratungsstellen. Wir suchen mit Ihnen einen Weg, wie Sie eine Mütterkur erhalten und wie der Haushalt und die Versorgung der Kinder dennoch weiterläuft. Ihre Familie wird es Ihnen danken, wenn Sie entspannt und körperlich und seelisch wieder fit von der Kur zurückkommen.“ Für Mütter, die minderjährige Kinder (in der Regel bis 12 Jahre) versorgen, besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Kindern an der Maßnahme teilzunehmen. Auch Väter können gemeinsam mit ihren Kindern in Kur gehen.

Seit der Gesundheitsreform 2007 gehören die stationären Maßnahmen für Mütter und Väter zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Grundsätzlich haben also alle Frauen und Männer in Familienverantwortung einen gesetzlichen Anspruch auf eine medizinische Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme, wenn der Arzt die medizinische Notwendigkeit dieser Maßnahme attestiert hat. Zu beantragen ist sie bei der Krankenkasse. Ziel der Maßnahmen ist es, das Selbsthilfepotenzial und die Eigenverantwortung der Patientinnen für ihre Gesundheit dauerhaft zu fördern, um so eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen.

Das besondere Angebot des Müttergenesungswerks, dem auch die Caritas angehört, liegt in der integrierten Versorgung. Es hält ein Gesundheitsnetzwerk bereit, in dem Beratung, Prävention, Rehabilitation und Nachsorge eng miteinander verzahnt sind. Diese „therapeutische Kette“ ist die Gewähr für langfristige gesundheitliche Erfolge. Die hohe Effektivität und Nachhaltigkeit von Mütter- und Mutter-Kind-Maßnahmen ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Der Diözesan-Caritasverband Bamberg betreibt ein eigene anerkannte Müttergenesungseinrichtung: das Caritas-Haus St. Hedwig in Bad Steben. In Bayern gibt es noch zwei weitere katholische Mutter-Kind-Kur-Häuser in Bad Wörishofen und in Oy-Mittelberg sowie ein Mütterkurhaus in Wertach. Die Mutter-Kind-Kur-Häuser führen zu bestimmten Terminen auch Vater-Kind-Kuren durch.

Die Beratung für Müttergenesung führen im Erzbistum Bamberg die Stadt- und Kreis-Caritasverbände durch. Ihre Adressen finden sich auf der Homepage.