17.2.2008

„Benachteiligte Jugendliche müssen wir fördern und nicht ächten“

Gottesdienst in Kronach eröffnete Caritas-Frühjahrssammlung im Erzbistum Bamberg – Caritas-Kinder- und Jugendhilfe steht dabei im Mittelpunkt


In einem eigenen Wortgottesdienst, der parallel zu dem der Erwachsenen stattfand, erfuhren auch die Kinder, was die Caritas für ihre ärmeren Altersgenossen tut. Danach trugen sie die Hilfen symbolisch zum Altar, dazu auch Luftballons, denn "Helfen macht Spaß". Regionaldekan Günter Hübner (am Altar) zelebrierte in der Kronacher Stadtpfarrkirche die Eucharistiefeier zum Auftakt der bistumsweiten Caritas-Frühjahrssammlung.

Kinder, verkleidet als Fee und Supermann, pflanzen im Straßenpflaster eine Blume. Diesen Filmspot sahen am heutigen Sonntagvormittag (17. Februar 2008) die Besucher des Gottesdienstes in der Kronacher Stadtpfarrkirche, mit dem die Caritas-Frühjahrssammlung im Erzbistum Bamberg eröffnet wurde. Der Spot verdeutlicht das Anliegen der Caritas, dass in Kindern oft mehr steckt, als die äußeren Umstände vermuten lassen, und dass in der Gesellschaft benachteiligte Kinder und Jugendliche daher nicht zu ächten, sondern zu fördern sind. Es steht im Erzbistum Bamberg im Mittelpunkt der Caritas-Frühjahrssammlung.

Auf das Sammlungsmotto „Achten statt ächten“ ging auch Regionaldekan Günter Hübner in seiner Predigt ein. Nicht wenige Kinder und Jugendliche hätten es nötig, dass Menschen sie begleiten, damit sie ihren Weg finden. Hübner brachte sein Unbehagen am hessischen Landtagswahlkampf von Anfang des Jahres zum Ausdruck. Dort seien Jugendliche geächtet worden, die eigentlich Hilfe bräuchten. Diese Hilfe gebe es auch: zum Beispiel in Form von Erziehungsberatung, Kinderhorten oder Heilpädagogischen Tagesstätten.

Dass die Caritas solche Angebote bereithalte, werde zu wenig bedacht. „Wir brauchen aber das Interesse für diese Dienste“, betonte Hübner. „Damit wir wissen, wo wir selber Unterstützung geben können und so Gottes Nähe deutlich machen können.“ In diesem Sinn bat er um Spenden für die Caritas und ihre Dienste und Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe.

Am morgigen Montag beginnt in ganz Bayern die Caritas-Haussammlung. Bis zum 24. Februar 2008 gehen im Erzbistum Bamberg rund 4000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Tür zu Tür und bitten die Bürger um Spenden für die soziale Arbeit der Caritas. Zusätzlich erfolgt in einigen größeren Orten eine Straßensammlung, z.B. in Fußgängerzonen, vom 22. bis 24. Februar. Bereits am heutigen Sonntag fand in allen katholischen Gottesdiensten die Caritas-Kirchenkollekte statt.

Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung jener Angebote, die stark auf Eigenmittel der Caritas angewiesen sind.