13.2.2008

Caritas Forchheim eröffnet Schulmateriallager für bedürftige Familien

Der Caritasverband für den Landkreis Forchheim eröffnet am 29. Februar 2008 in der Forchheimer Pfarrei St. Anna das erste Schulmateriallager in Bayern. Erzbischof Dr. Ludwig Schick wird es bereits am kommenden Sonntag, 17. Februar, im Anschluss an den um 10 Uhr beginnenden Gottesdienst einweihen.

Das Schulmateriallager „Grünstift“ verkauft – nach dem Vorbild von Kleiderkammern und Sozialläden – an bedürftige Eltern und Schüler Schulmaterial zu einem Preis, der bei 25 % des üblichen Ladenpreises liegt. Einkaufsberechtigt sind Familien, die bereits über einen Berechtigungsschein für den Ökumenischen Sozialladen in Forchheim verfügen oder aufgrund einer Einkommensprüfung einen Berechtigungsschein von der Caritas Forchheim erhalten. Geöffnet ist das Schulmateriallager „Grünstift“ (Untere Kellerstraße 52, 91301 Forchheim) alle 14 Tage freitags von 13.30 bis 15.30 Uhr

Für die erste Ausstattung des Lagers mit Waren wie Schulheften, Stiften oder Schreibblocks spendete der Rotary Club Forchheim 5000 Euro.

Die Notwendigkeit des Schulmateriallagers begründete Forchheims Caritas-Geschäftsführer Peter Ehmann bei einer Pressekonferenz heute Mittag in der Pfarrei St. Anna mit der Zahl bedürftiger Kinder im Landkreis. Dort lebten rund 1.100 Kinder bis zum Alter von 18 Jahren in Familien, die staatliche Unterstützung wie Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bezögen. 630 von ihnen seien Schulkinder. Dazu kämen weitere 300 bis 350 Schülerinnen und Schüler aus ähnlich einkommensschwachen Haushalten. Somit sei jedes 7. bis 8. Schulkind von Armut betroffen.

Der Regelsatz des Sozialgeldes für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren sehe für Schulmaterial lediglich 1,63 Euro im Monat vor, kritisierte Ehmann. Der Jahresbedarf eines Schülers liege dagegen bei mindestens 250 Euro. Der niedrige Ansatz im Sozialgeld rühre daher, dass bei der Berechnung 60 % der Kosten angesetzt würden, die ein Erwachsener privat für Schreibwaren benötige. „Vielleicht wissen Politiker nicht, dass Tintenpatronen nicht von selbst nachwachsen,“ kommentierte Ehmann dies ironisch.

Die Caritas Forchheim fordert daher einen eigenständigen Regelsatz für Kinder, bei dem alle Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausreichend berücksichtigt werden. Außerdem ruft sie die Arbeitsgemeinschaft Forchheim, die für die Zahlung des Sozialgeldes zuständig ist, dazu auf, die Möglichkeiten des Sozialgesetzbuches zu nutzen. Sie könne Darlehen für Schulkosten gewähren und auf deren Rückzahlung verzichten.