13.2.2008

„Sorge bereitet uns die Armut vieler Kinder“

Caritas-Frühjahrssammlung stellt benachteiligte Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt

2008 stellt die Caritas in Deutschland benachteiligte Jugendliche in den Mittelpunkt ihrer Jahreskampagne. Den Hauptaugenmerk richtet das Caritas-Jahressthema darauf, dass Kinder und Jugendliche auch unter erschwerten Bedingungen ihren Weg suchen – und finden. In vielen von ihnen steckt mehr, als die äußeren Umstände erkennen lassen. Daher fordert die Caritas-Kampagne: „Achten statt ächten.“

Dieses Motto greife die diesjährige Frühjahrssammlung der Caritas im Erzbistum Bamberg vom 18. bis 24. Februar auf, gab Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein heute bei einer Pressekonferenz in Kronach bekannt. Sie bitte die Bürger um Spenden zur Unterstützung ihrer Arbeit, zu der wesentlich auch Angebote gehörten, mit denen die Caritas benachteiligte Kinder und Jugendliche fördere und unterstütze.

Als Beispiel nannte er die Heilpädagogischen Wohngruppen von Jugendhilfe-Einrichtungen. In ihnen erhielten Kinder und Jugendliche Aufnahme, wenn ihre Betreuung in der Familie nicht mehr gewährleistet sei. In den Wohngruppen fänden sie klare Alltagsstrukturen und in den pädagogischen Fachkräften verlässliche Bezugspersonen. Ziel sei es, dass die Jugendlichen wieder in die eigene Familie zurückkehrten oder in einer Pflegefamilie unterkämen. Ältere Jugendliche sollten lernen, selbständig ihr Leben in die Hand zu nehmen. Deshalb unterstützten sie die Pädagogen bei der Berufsfindung und bei der Suche nach einer Lehrstelle.

Sorge bereite der Caritas, dass Kinder und Jugendliche überproportional von Armut betroffen seien. So betrage die Armutsrisikoquote bei Kindern unter 16 Jahren 15 % und sei damit doppelt so hoch wie das der Erwachsenen. 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland lebten in Familien, die auf staatliche Unterstützung (Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Zusatzjob) angewiesen seien. Nach einer Berechnung der Caritas Forchheim seien 950 Schulkinder im Landkreis Forchheim von Armut betroffen. Das sei jedes 7. bis 8. Schulkind. 62 % der stark überschuldeten Haushalte in der Region Bamberg-Forchheim hätten Kinder.

Über die Folgen berichtete Christa Körner von der Allgemeinen Sozialen Beratungsstelle der Caritas Kronach. Die Familien, die in ihre Beratungsstelle kämen, seien so damit beschäftigt, mit dem wenigen Geld auszukommen und gleichzeitig die Anforderungen des Jobcenters zu erfüllen, dass sie für die Nöte und Bedürfnisse ihrer Kinder keine Kraft und Zeit hätten.

Angela Brandl, Leiterin der Heilpädagogischen Tagesstätte der Caritas Kronach, bestätigte diese Beobachtungen. Nicht die Kinder würden schwieriger, sehr wohl aber die Bedingungen in ihrem Umfeld. Eltern müssten zu „haarsträubenden Arbeitszeiten“, etwa in Wechselschichten, ihrem Beruf nachgehen oder Zweitjobs annehmen, um den Unterhalt der Familie zu sichern. Darunter leide die Zuwendung zu den Kindern.

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein nannte als wichtigen Faktor, dass viele Eltern überfordert seien. Eine wesentliche Aufgabe der Caritas bestehe darin, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken.

„Wir benötigen die Erlöse aus der Sammlung, um sie da einzusetzen, wo die Not am größten ist“, betonte Öhlein. Die Spenden bei der Haus- und Straßensammlung sowie bei der Gottesdienstkollekte seien die einzigen Mittel, bei denn die Caritas frei entscheiden könne, welchem sozialen Zweck sie zugute kämen.

Diözesaner Auftakt zur Caritas-Sammlung erfolgt in Kronach

Die Caritas-Frühjahrssammlung 2008 geht vom 18. bis 24. Februar. Bereits am 17. Februar findet in den katholischen Gottesdiensten dieses Sonntags sowie in den Vorabendgottesdiensten die Caritas-Kollekte statt.

Die bistumsweite Eröffnung der Caritas-Frühjahrssammlung findet diesmal in Kronach statt:

Am Freitag, 15. Februar 2008, um 16 Uhr lädt die Caritas Kronach gemeinsam mit dem „Lokalen Bündnis für Familien – familienfreudiger Landkreis Kronach“ ein zu einer Podiumsdiskussion in der Mensa des Kaspar-Zeuß Gymnasiums (Langer Steig 1). Unter dem Motto „Mach dich stark für starke Kinder“ thematisiert sie die Befähigungsinitiative der Caritas. Die Initiative will benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu Chancen in der Gesellschaft verhelfen.

Am Sonntag, 17. Februar 2008, um 10.30 Uhr wird in der Stadtpfarrkirche von Kronach ein diözesaner Auftaktgottesdienst gefeiert, den Regionaldekan Günter Hübner zelebrieren wird.