22.4.2008

Altenpflegeschüler der Caritas besuchten Moschee


Mehmet Cetindere (rechts) gab Schulleiter Siegfried Espach (vorne sitzend) und seinen Schülern eine Einführung in den Islam.

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse der Caritas-Berufsfachschule für Altenpflege St. Marien in Bamberg besuchten die Selimiye Moschee, eine der drei Bamberger Moscheen, um Religion und Lebensweise der Muslime kennenzulernen.

Millionen islamischer Mitbürger leben mittlerweile in Deutschland; die ersten kamen in den 1960er Jahren als Gastarbeiter und leben seitdem hier bei uns. Von denjenigen, die als junge Menschen kamen, sind heute zunehmend mehr in der Situation, dass sie Pflege von ambulanten Stationen oder in einem Pflegeheim brauchen. Auf diese Pflege von Menschen, die ursprünglich aus einem anderen Kulturkreis stammen und deren Religion andere Riten und Gepflogenheiten mit sich bringt, als wir sie im christlich geprägten Deutschland kennen, gilt es vorbereitet zu sein.

Nach einer Führung durch die Moschee, die im Moment umgebaut wird, durften die Schüler dem islamischen Mittagsgebet in einem Ausweichraum beiwohnen. Der Lehrplan für die Altenpflegeausbildung spricht vom Kennenlernen interkultureller Aspekte bei der Unterstützung alter Menschen in ihrer Lebensgestaltung. Die Schüler erhielten in der Selimiye Moschee Informationen aus erster Hand. Mehmet Cetindere, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde, stellte die Grundlagen des Islam vor, seine Riten und Gebräuche. Besonders führte er aus, worauf im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen zu achten sei. Anschließend nutzten die Schüler die Gelegenheit, um kritische Fragen zu Themen wie Kopftuchzwang, Zwangsheirat und Vielehe zu stellen. Cetindere betonte in seinen Antworten, dass der Koran jeglichen Zwang ablehne. Viele dieser im Westen negativ beurteilten Dinge seien rein gesellschaftlich und nicht religiös bedingt.