27.9.2007

Auch die ambulante Pflege ist auf Spenden angewiesen

Weihbischof eröffnet die Caritas-Herbstsammlung im Erzbistum Bamberg mit Gottesdienst im Bamberger Dom

Am Sonntag, 30. September 2007, um 10.00 Uhr eröffnet Weihbischof Werner Radspieler die Caritas-Herbstsammlung im Erzbistum Bamberg mit einem diözesanen Auftaktgottesdienst im Dom zu Bamberg. Am gleichen Sonntag sowie bereits am Samstag in den Vorabendgottesdiensten findet in allen katholischen Kirchen die Caritas-Kollekte statt. Vom 1. bis 7. Oktober 2007 schließt sich die die Hauslistensammlung an, bei der bistumsweit rund 4000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Tür zu Tür gehen. Zusätzlich erfolgt in größeren Orten eine Straßensammlung, z.B. in Fußgängerzonen, vom 5. bis 7. Oktober. Bei der Sammlung erbittet die Caritas Spenden zur Unterstützung ihrer sozialen Arbeit.

Den thematischen Schwerpunkt der Herbstsammlung setzt die Caritas im Erzbistum Bamberg auf die Arbeit der Caritas-Sozialstationen. Die ambulante Alten- und Krankenpflege ist eine zentrale Aufgabe der Caritas vor Ort. Die Schwestern und Pfleger der 38 Caritas-Sozialstationen betreuen im Erzbistum Bamberg rund 3.800 alte und kranke Menschen in ihrem Zuhause. Je nach Einzugsbereich versorgt die einzelne Caritas-Sozialstation zwischen 40 und 180 Patienten. Zählt man die Beratungsgespräche bei pflegebedürftigen Menschen hinzu, die ausschließlich von ihren Angehörigen versorgt werden, kommt man auf die doppelte Anzahl an Klienten.

Gerade im Erzbistum Bamberg besteht ein besonders hoher Pflegebedarf. Die Landkreise Lichtenfels, Kulmbach, Kronach, Bayreuth und Hof sowie die Städte Hof, Coburg, Bamberg und Ansbach gehören zu den 27 von insgesamt 96 bayerischen Kommunen, in denen auf 1000 Einwohner mehr als 30 Pflegebedürftige kommen. Der Landesdurchschnitt liegt bei 24 Pflegebedürftigen pro 1000 Einwohner.

Nicht in den Kassenleistungen vorgesehen ist freilich die persönliche Zuwendung zum pflegebedürftigen Menschen. Nimmt die Schwester oder der Pfleger sich Zeit, dem Patienten zuzuhören, sich mit seinen Sorgen und Nöten zu befassen, ihm Mut zuzusprechen oder mit ihm zu beten, muss die Caritas-Sozialstation diesen Teil der „Arbeitszeit“ aus eigenen Mitteln bestreiten.

Nicht von den Kassen finanziert werden ferner die persönliche Beratung von pflegenden Angehörigen, die Sterbebegleitung bei Patienten und die Trauerbegleitung der Angehörigen nach dem Tod des Gepflegten. Da der Caritas aus ihrer christlichen Überzeugung heraus gerade auch an dieser Form der Hilfe und Unterstützung viel liegt, muss sie die Kosten für diese Angebote selbst übernehmen. Dazu ist die Caritas auf Spenden angewiesen.

Insbesondere das Engagement ehrenamtlicher Helfer, das der Caritas gerade auch im Bereich der Pflege (z.B. in Form von Besuchsdiensten) wichtig ist, kann die Caritas nur aus eigenen Ressourcen fördern. Das Gleiche gilt für die speziellen Angebote für pflegende Angehörige.

Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung jener Angebote, die stark auf Eigenmittel der Caritas angewiesen sind. Die Spenden, die der Caritas bei den Sammlungen zugewendet werden, sind die einzigen wirklich frei verfügbaren Mittel der Caritas.