7.9.2007

Die Zufriedenheit von Bewohnern und Personal ist gestiegen

Die Landtagsabgeordnete Christa Steiger überzeugte sich im Caritas-Seniorenzentrum in Bamberg-Gaustadt von den Vorteilen des Hausgemeinschaftsmodells


Die Landtagsabgeordnete Christa Steiger (2. v. links) überzeugte sich zusammen mit den Bamberger Stadträtinnen Karin Gottschall und Sabine Sauer und der Strullendorfer Gemeinderätin Andrea Spörlein (4.-6. v. links), dass in den Hausgemeinschaften des Caritas-Seniorenzentrums St. Josef nicht nur selber, sondern auch schmackhaft gekocht wird.

„Auf dieses Haus können Sie stolz sein,“ lobte die Landtagsabgeordnete Christa Steiger das Caritas-Seniorenzentrum St. Josef in Bamberg-Gaustadt am Ende ihres Besuches. In Begleitung der Bamberger Stadträtinnen Karin Gottschall und Sabine Sauer sowie der Strullendorfer Gemeinderätin Andrea Spörlein informierte sich die Parlamentarierin über das in der Einrichtung praktizierte Hausgemeinschaftsmodell.

Bei diesem Modell leben die Bewohnerinnen und Bewohner eines Alten- und Pflegeheims in überschaubaren Gemeinschaften von mehreren Personen. Im Caritas-Seniorenzentrum St. Josef gruppieren sich jeweils zehn Einzelzimmer um einen Wohnbereich für gemeinsame Aktivitäten, zu dem auch eine Wohnküche gehört. Friederike Müller, Bereichsleiterin für die Caritas-Einrichtungen in eigener Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes, erläuterte den Gästen den Sinn des Konzepts: Die Bewohner können den Tagesablauf mitbestimmen und ihre Fähigkeiten einbringen. So werden die Mahlzeiten in der Hausgemeinschaft an deren eigener Küchenzeile zubereitet. Die Bewohner können beim Kochen mittun, und der Speiseplan lässt sich problemlos ihren Vorlieben anpassen. Auch ihren Tagesablauf können die Bewohner individuell gestalten. Die Frühstückszeit erstreckt sich von 7.30 bis 10 Uhr. „Wer gerne lange schläft, kann dies tun,“ berichtete Müller, und die Bewohner bestimmten auch, wann sie zu Bett gingen. Auch bettlägerige Bewohner würden untertags in den gemeinsamen Wohnbereich gebracht.

Durch den Tag begleitet werden die Bewohner von sogenannten Präsenzmitarbeitern. Sie sind für die Essenszubereitung und die Wäsche sowie für pflegerische Hilfen zuständig. Die Präsenzkräfte seien Hauswirtschafterinnen und Pflegehilfskräfte, die eine Fortbildung des Diözesan-Caritasverbandes über 700 Stunden im jeweils bisher nicht ausgeübten Bereich (Pflege oder Hauswirtschaft) absolviert hätten, erläuterte Müller.

Durch das Hausgemeinschaftsmodell sei die Zufriedenheit sowohl der Bewohner als auch der Beschäftigten gestiegen, berichtete Müller. Die Bewohner empfänden sich nicht wie in einem Pflegeheim, sondern sagten „Ich habe hier mein Zimmer und wohne da.“ Das Personal wolle – trotz anfänglicher Vorbehalte – nicht zu der früheren strikten Trennung von Pflege und Hauswirtschaft zurück.

Als ein Problem wurde die Übernahme der Heimkosten durch das Sozialamt angeschnitten. Für auf Sozialhilfe angewiesene Bewohnerinnen, die bereits im alten Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Josef in einem Einzelzimmer lebten, sei beim Umzug in das im März 2005 als Ersatz neu eröffnete Seniorenzentrum der Einzelzimmer-Zuschlag gezahlt worden. Ob dies auch für Neuaufnahmen gelte, sei seit einem halben Jahr in der Schwebe, klagte die Verwaltung. Der Diözesan-Caritasverband habe daraus die Konsequenz gezogen, sagte Müller, dass beim Caritas-Seniorenzentrum St. Martin, das gegenwärtig in Eggolsheim entsteht, in jeder Hausgemeinschaft ein Doppelzimmer vorgesehen sei. Außerdem werde jede Hausgemeinschaft dort zwölf Bewohner umfassen, damit sie im Tagdienst über zwei Präsenzkräfte verfüge.

Ein weiteres Thema des Gesprächs waren die Heimkontrollen. Die Abgeordnete Christa Steiger und die Stadträtin Sabine Sauer sprachen sich beide dafür aus, die Mitarbeiter der kommunalen Heimaufsicht stärker zu qualifizieren. Steiger vertrat außerdem die Auffassung, dass die Heimaufsicht besser beim Bezirk angesiedelt wäre, da die Kommunen, zumal als Träger eigener Alten- und Pflegeheime, eigene Interessen verfolgten.