23.10.2007

Innovationsprojekt ohne Vorbild in Nordbayern

Zum Jahreswechsel wird in Forchheim der erste Standort des Modells „In der Heimat wohnen“ bezogen

Zu Jahresanfang können die Mieter kommen. Dann ist der erste Standort des Wohnmodells „In der Heimat wohnen – ein Leben lang, sicher und selbstbestimmt“ bezugsfertig. Im Forchheimer Norden haben Caritas und Joseph-Stiftung, wie deren Vorstand Dr. Klemens Deinzer betont, „ein Innovationsprojekt geschaffen, das es so in Nordbayern noch nicht gibt.“

Die Einmaligkeit des Wohnmodells besteht darin, dass es drei Komponenten verbindet: die Sicherheit, bei Unterstützung- und Pflegebedarf, gut versorgt zu sein; bezahlbaren Wohnraum und bezahlbare Unterstützungsleistungen; Stärkung der Selbsthilfekräfte der Bewohner und der Nachbarschaftshilfe.

So ist das Wohnmodell, wie Forchheims Caritas-Geschäftsführer Peter Ehmann berichtet, eingebunden in die Kirchengemeinden und in der Projektgruppe, die das Modell vor Ort begleitet, ist auch der Forchheimer Seniorenbeirat vertreten. Dadurch ließen sich Hilfen wie etwa Einkäufe oder Besuchsdienste leicht organisieren. Für die professionelle Alten- und Krankenpflege sorge die Caritas-Sozialstation, die im Wohnmodell einen Stützpunkt erhalte. Für ihre Leistungen müsse ein Bewohner nur dann zahlen, wenn er sie in Anspruch nehme, betont Ehmann. Auf eine Betreuungspauschale, wie sie andere Anbieter allein für das Vorhalten der Unterstützungsmöglichkeiten erheben, verzichte das Modell „In der Heimat wohnen“ ganz bewusst.

Attraktiv ist nach Ehmanns Überzeugung auch, dass die barrierearmen Wohnungen – in der Forchheimer Gerhard-Hauptmann-Straße sind es 5 Drei- und 13 Zwei-Zimmer-Appartements – grundsätzlich nur vermietet werden. So entfalle für Menschen, die für den Fall der Pflegebedürftigkeit vorsorgen wollen, die kostspielige Investition eines Wohnungskaufs. Die Miete bewege sich im ortsüblichen Rahmen: 5,10 Euro pro Quadratmeter (ohne Nebenkosten). „Dieser Mietpreis schließt keine Einkommensschichten aus.“

Dem entspricht auch die Nachfrage: 15 der 18 Wohnungen sind bereits vergeben. „Wir haben für eine gute Mischung aus jüngeren und älteren Mietern gesorgt“, betont Ehmann. Es seien auch ein Bewohner mit der höchsten Pflegestufe und jemand mit einer Demenzkrankerkrankung dabei. Alle Mieter seien Forchheimer oder hätten hier Familienangehörige.

Als besondere Möglichkeit, Kontakte zu pflegen, hebt Alfons Galster, stellvertretender Vorsitzender der Caritas Forchheim, das Hauscafé hervor. Hier könnten sich Hausbewohner und Nachbarn treffen, Veranstaltungen abhalten, vielleicht auch einen Mittagstisch organisieren. Denn es sei doch „schöner, gemeinsam zu essen“.

Nicht vergessen wurde bei dem Gebäude, das das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung für 1,8 Millionen Euro neu errichtet hat, die Ökologie: Für Wärme im haus sorgt eine Holzpelletheizung.