4.10.2007

Bundestagsabgeordneter Silberhorn blickte hinter die Kulissen der Caritas-Berufsfachschule für Altenpflege in Bamberg


Beim "Rollentausch" in der Caritas-Berufsfachschule für Altenpflege St. Marien in Bamberg begab sich der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn sowohl in die Rolle des Schülers ...


... als auch des Lehrers.

Sowohl in die Rolle des Schülers als auch des Lehrers schlüpfte der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn im Rahmen der Aktion „Rollentausch“ bei einem Besuch in der Caritas-Berufsfachschule für Altenpflege St. Marien am heutigen Donnerstag. Es sei „hilfreich für Politiker, auch einmal hinter die Kulissen zu blicken“, sagte er im Anschluss. Ihm als Parlamentarier begegne Sozialpolitik vor allem auf dem Weg der Gesetzgebung. Beim Rollentausch könne er auch einmal die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben erleben.

Nachdem Silberhorn in einer Arbeitsgruppe von Schülern mitgewirkt hatte, berichtete er anschließend vor zwei Klassen über seine Arbeit im Bundestag. Mit dem Thema Altenpflege sei er dort im Zusammenhang mit der Reform von Kranken- und Pflegeversicherung befasst. An der Gesundheitsreform, die die Bonner Große Koalition verabschiedet hat, lobte er, dass sie die Leistungen für Demenzkranke ausgeweitet habe. Die demographische Situation habe sie dagegen nicht aufgefangen. „Mit den Finanzierungsfragen werden wir uns weiter beschäftigen müssen“, sagte Silberhorn. Eine Einigung über die Reform der Pflegeversicherung erwartet er für diese Legislaturperiode nicht mehr und plädierte zugleich für deren Umstellung auf eine teilweise Kapitaldeckung. Der Bundestagsabgeordnete warnte aber auch davor, Pflege nur als Kostenfaktor zu sehen: „Das Gesundheitswesen hat ein ungeheures Entwicklungspotential.“ Der Bedarf an Pflege steige und erzeuge einen wachsenden Markt, auch für Fachkräfte.

In einem Gespräch mit dem stellvertretenden Diözesan-Caritasdirektor Helmar Fexer und dem Leiter der Caritas-Berufsfachschule, Siegfried Espach, war es zu Beginn des Besuchs um die Weiterentwicklung der Altenpflege gegangen. Fexer nahm auf Überlegungen in den Fachministerien Bezug, mehr Pflegestützpunkte vor Ort zu schaffen. Er warnte davor, dabei nur den medizinischen Bedarf zu sehen. Das Bedürfnis der Patienten nach Begegnung und sozialer Einbindung müsse berücksichtigt werden. Espach wies darauf hin, dass in den Altenheimen die Anforderungen an die Pflegekräfte stiegen. Da die Menschen immer später ins Heim gingen, werde Altenpflege immer mehr zur Versorgung Schwerkranker und zur Sterbebegleitung. Vor diesem Hintergrund sagten beide Caritas-Vertreter einen neuen Fachkräftemangel in der Altenpflege voraus.