22.11.2007

Martinsgemäßes Seniorenzentrum

Diözesan-Caritasverband weihte neue Pflegeeinrichtung in Eggolsheim ein


Erzbischof Dr. Ludwig Schick weihte den Altar der Hauskappelle ...


... und das Oratorium der Schwesternklausur.


Ortspfarrer Andreas Röckelein hatte eine Reliquie des heiligen Martin gestiftet, die er nun in einem Kreuzreliquiar auf dem Altar aufstellte.


Architekt Matthias Jakob (links) von der Joseph-Stiftung überreichte der Einrichtungsleiterin Schwester Juliet symbolisch den Schlüssel des Caritas-Seniorenzentrums. Die Joseph-Stiftung schenkte dem Haus eine Statue des heiligen Martin.


Ein Wandrelief, das durch markante Gebäude die Ortsteile von Eggolsheim darstellt, stiftete die Marktgemeinde, vertreten durch Bürgermeister Claus Schwarzmann.

„Martinsgemäß“ solle das neue Caritas-Seniorenzentrum in Eggolsheim geführt werden, sagte Erzbischof Dr. Ludwig Schick und bezog sich dabei sowohl auf den Namen der Einrichtung wie auf den Tag ihrer Einweihung. Der heilige Martin habe dem Bettler nicht nur einen für die Altkleidersammlung abgelegten oder seinen Ersatzmantel gegeben. Martin habe mit dem Bettler seinen einzigen Mantel geteilt, der zugleich Zeichen seiner Würde gewesen sei.

„Wo Caritas draufsteht, ist nicht nur Caritas drin, sondern auch Kirche,“ betonte Weihbischof Werner Radspieler als 1. Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes zu Beginn des Festgottesdienstes. Daher sei der Erzbischof persönlich zur Einweihung in das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin gekommen.

Und aus dessen Namen leitete Erzbischof Dr. Ludwig Schick dann dessen Aufgaben ab: Jedem Menschen, auch wenn er demenzkrank oder körperlich schwach sei, komme Menschenwürde zu und müsse als Person ernst genommen werden. In einem christlichen Alten- und Pflegeheim dürften die Bewohner nicht nur versorgt werden. Satt, still und sauber als Ergebnis von Pflege genüge für Christen niemals. Denn Jesus Christus selbst habe sich im Evangelium mit den Kranken identifiziert. Den Bewohnern müsse ermöglicht werden, aktiv zu bleiben. Mit dem Konzept der Hausgemeinschaften, in denen die Bewohner zusammen leben und ihren Alltag teilen, habe das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin dafür beste Voraussetzungen.

Der Erzbischof betonte auch, dass man nicht nur den Leib, sondern auch die Seele achten müsse. Daher mache das Caritas-Seniorenzentrum seinen Bewohnern auch religiöse Angebote.

Der Erzbischof nutzte die Gelegenheit, um sich in scharfer Form gegen eine Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung zu wenden. „Was gegenwärtig an Sterbehilfe angeboten wird,“ – schick nannte es „Sterbe-nach-hilfe“ – „ist ein Greuel und gehört verboten.“ Die Christen setzten dagegen auf Sterbebegleitung: „Wir überlassen das Sterben Gott und lassen den Sterbenden nicht allein.“

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein berichtete, dass die Finanzierung des über 7 Millionen Euro teuren Bauvorhabens den Diözesan-Caritasverband vor große Probleme gestellt habe. Der Freistaat habe 2004 bereits genehmigte Zuschüsse von 1,2 Millionen Euro gesperrt, weshalb der Bau damals nicht beginnen konnte, obwohl alle Pläne fertig vorgelegen hätten. Dank Verhandlungen des Landtagsabgeordneten Eduard Nöth habe der Freistaat dann doch noch 400.000 € ausbezahlt. Bezirkstagsvizepräsident Hans Kotschenreuther habe sich dafür eingesetzt, dass die Oberfrankenstiftung eine bereits abgelehnte Förderung in Höhe von 400.000 € doch noch genehmigte. Öhlein dankte für ihre Zuschüsse ferner dem Erzbistum Bamberg (1,6 Millionen Euro), dem Landkreis Forchheim (777.000 Euro), dem Deutschen Hilfswerk (500.000 Euro) und dem Markt Eggolsheim (415.000 Euro).

Matthias Jakob vom kirchlichen Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung, das den Bau betreute, hob die ökologischen Bemühungen hervor. Das Gebäude sei hervorragend gedämmt und an das Hackschnitzelheizwerk der Gemeinde angeschlossen.

Caritas- Seniorenzentrum St. Martin