20.11.2007

Elisabeth gibt Impulse für die heutige Zeit

Caritas Forchheim feierte Gedenktag der Heiligen und kündigt für 2008 Gründung eines Freiwilligenzentrums und einer Schulmaterialkammer an.


Caritas-Vorsitzender Dr. Gerhard Habermann und Generalvikar Georg Kestel (3. v. links) ehrten die Caritas-Sammlerinnen Veronika Makosch, Anni May und Ottilie Wiemann (von rechts). 2. von links: der neue Auszubildende der Caritas-Sozialstation Neunkirchen am Brand, Dominik Voß.


Der frisch gebackene Landtagsabgeordnete Peter Eismann (rechts) im Gespräch mit Caritas-Geschäftsführer Peter Ehmann.

Im 800. Geburtsjahr der Elisabeth von Thüringen feierte der Caritasverband für den Landkreis Forchheim den Gedenktag der Caritas-Heiligen bei einem Treffen vieler haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kirchehrenbach. Den Gottesdienst in der Pfarrkirche zelebrierte der Generalvikar des Erzbistums Bamberg, Monsignore Georg Kestel.

In seiner Predigt strich Generalvikar Georg Kestel heraus, dass der Gedenktag der heiligen Elisabeth nicht nur an historische Vergangenheit erinnere, sondern Impulse für heute gebe. Heilige seien nicht nachzuahmen, sondern riefen die Christen dazu auf, eigene Wege des Glaubens zu gehen. Gerade vom Leben der bekanntesten Heiligen wie Martin oder Nikolaus seien oft nur legendenhafte Umrisse und wenig geschichtliche Details überliefert. Große Nachwirkung entfalteten ihre symbolischen Taten der Nächstenliebe. So sei Elisabeth von ihrer Burg herabgestiegen zu den Armen und habe sich auf „unauffällige, unrentable, für viele Leute damals verachtenswerte Weise“ für die Bedürftigen eingesetzt. Entsprechend handelten heute die Mitarbeiter der Caritas.

Bei der anschließenden Feier im Pfarrheim zeichnete der Forchheimer Caritas-Vorsitzende Dr. Gerhard Habermann für ihren langjährigen ehrenamtlichen Dienst die Caritas-Sammlerinnen Veronika Makosch, Anni May und Ottilie Wiemann aus und überreichte ihnen die Elisabeth-Medaille.

Caritas-Geschäftsführer Peter Ehmann gab einen Rückblick auf das Jahr 2007. Er erinnerte an die Eröffnung des Christlichen Palliativdienstes, dessen erster ehrenamtlicher Kreis bereits todkranke und sterbende Menschen begleitet, und an die Einweihung der neu gebauten Tagespflege in Neunkirchen am Brand. Er berichtete, dass nach der Regenflut Ende Juli Caritas und Erzbistum jedem vierten betroffenen Haushalt im Landkreis geholfen hätten. Ehmann erwähnte die Jubiläen der Caritas-Sozialstation Ebermannstadt (30 Jahre), der Gruppe „Glaube und Licht“ (20 Jahre) und des Freundeskreises für Behinderte (20 Jahre). Er nahm Bezug auf das neue soziale Frühwarnsystem „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder“ bei der Erziehungsberatungsstelle, auf die erste in Oberfranken eingerichtete Ersatz-Tages-Betreuung, die einspringt, wenn Tagesmütter ausfallen, und auf die Fertigstellung des Modells „In der Heimat wohnen“ in der Forchheimer Gerhart-Hauptmann-Straße. Schließlich nannte er die Teilnahme der Caritas am Ökumenischen Kirchentag in Forchheim und die Studienfahrt zur heiligen Elisabeth nach Marburg.

Ehmann stellte auch Dominik Voß vor. Der junge Mann ist der erste Auszubildende, der mit Hilfe von Spenden aus der diözesanen Initiative „Ausbildung – Arbeit – Zukunft: für Menschen in unserer Region“ einen Ausbildungsplatz in Altenpflege erhalten hat, und zwar in der Caritas-Sozialstation Neunkirchen am Brand.

Für 2008 kündigte Ehmann an, die Caritas wolle ein Freiwilligenzentrum und eine Schulmaterialkammer für bedürftige Eltern einrichten.

Über Sozialpolitik sprach anschließend der neu in den Landtag nachgerückte Abgeordnete Peter Eismann. Als wesentliche Aufgabe der kommenden Jahre nannte er den Abbau der Staatsverschuldung, sonst gebe es in Zukunft keinen Spielraum mehr für politische Entscheidungen. Allerdings dürfe dies kein „Kürzen auf Teufel komm raus“ sein.

Die sogenannte Hartz IV-Reform verteidigte Eismann als „im Kern richtig“, auch wenn sie für einzelne Bürger persönliche Härten bedeute. Entscheidend sei, dass Menschen wieder Arbeit bekämen. Dies könne Hartz IV allein nicht bewirken. Daher habe die Große Koalition die Lohnnebenkosten gesenkt. „Das wird sich auf die Beschäftigung auswirken“, kündigte der Abgeordnete an. Bei der Gesundheitsreform betonte er die Eigenverantwortung der Versicherten, etwa bei der Vorbeugung.