20.11.2007

„Ein bisschen so wie Elisabeth sein“

Caritas-Kindergarten und Caritas-Fachakademie in Bamberg begingen 800. Geburtstag der Heiligen mit einem Fest für Kinder

Das hätte sich Elisabeth von Thüringen sicher nicht träumen lassen, dass 800 Jahre nach ihrer Geburt in Bamberg ein Fest zu ihren Ehren gefeiert werden würde. Dass Kindergarten- und Schulkinder sich verkleiden und ihr Leben nachspielen würden. Und dass so viele junge und alte Bamberger lebhaften Anteil an diesem Schauspiel nehmen würden. Der Refrain des gemeinsam gesungenen Liedes „Ein bisschen so wie Elisabeth möcht’ ich manchmal sein“ stand für die Idee dieses Tages.

Die Caritas-Einrichtungen am Jakobsberg hatten gerufen, und alle waren gekommen. Beim Thementag „Elisabeth“ dachten die Studierenden der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik in acht Workshops über die verschiedenen Facetten nach, die sie aus der Legende um die Heilige ableiteten. Da ging es um Zivilcourage, Weltanschauung, Verzicht, Vorbilder, Vertrauen, aber auch um Gesellschaft, Kunst und Feste-Feiern des Mittelalters. Als ehemalige Lehrkräfte der Einrichtung verfolgten auch einige Niederbronner Schwestern aus München, Nürnberg und Würzburg interessiert das Geschehen. „Wir sind hier sehr herzlich empfangen worden und freuen uns über das Wiedersehen an unserer alten Wirkungsstätte“, berichtete eine Schwester. „Die Zeiten haben sich geändert, aber der gute Geist weht weiter“, brachte es eine andere auf den Punkt.

Auch im Caritas-Kindergarten St. Elisabeth herrschte emsiges Treiben, da wurde gefeiert mit Speis und Trank, Musik und Tanz, da gab es eine Verkaufsausstellung von Bildern der kleinen Künstlerinnen und Künstler, der Förderverein spendierte den Besuchern Kaffee, Kuchen und Kinderpunsch. Als voller Erfolg entpuppte sich das gemeinsame Projekt von Kindergarten und Schülern des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums. Während die Gymnasiasten als erprobte Vorlesepaten die Geschichte der wundertätigen Heiligen vortrugen, verkörperten die kleinen Darstellerinnen und Darsteller in historischen Kostümen Elisabeth, Ludwig und deren Zeitgenossen. Sie spielten Abschied von den Eltern, Ankunft auf der Wartburg, Hochzeit, Armenspeisung und Rosenwunder an so malerischen Plätzen wie Alte Hofhaltung, Aufseßgasse und Elisabethenkirche. In dem langen Zug, der teilweise den abendlichen Verkehr zum Stillstand brachte, befand sich kaum ein Zuschauer, der sich nicht von dem engagierten Spiel gefangen nehmen ließ. Das Fest klang aus mit einem Benefizkonzert in der Kirche St. Elisabeth.

Renate Steinhorst