20.11.2007

Sozialstaatssekretärin Huml lobt Jugendmigrationsdienst Oberfranken-West

Bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Jugendmigrationsdienstes Oberfranken-West im Bamberger Pfarrzentrum St. Gangolf hat Bayerns Sozialstaatssekretärin Melanie Huml die Arbeit dieser Einrichtung als wertvollen Beitrag zur Integration von Aussiedlern gewürdigt.

„Die Integration von Zuwanderern ist eine politische Schwerpunktaufgabe und eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ersten Ranges. Diese Daueraufgabe muss von der einheimischen Bevölkerung genauso wie von der zugewanderten Bevölkerung bewältigt werden“, erklärte Huml in ihrer Festrede. Integration gehe alle an und könne nur im gemeinsamen Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Gruppen gelingen. „Der Nationale Integrationsplan, der im Sommer gemeinsam von Bund, Ländern, Kommunen und den gesellschaftlichen Gruppen erarbeitet wurde, hat das öffentliche Bewusstsein für die Wichtigkeit dieses Themas zusätzlich gestärkt

Den Sozialdienst katholischer Frauen und das Sozialministerium verbinde eine langjährige hervorragende Zusammenarbeit bei der Integration, lobte die Staatssekretärin. Sie wies exemplarisch auf die vielen jungen Aussiedler hin, die im Rahmen des Garantiefonds in der dortigen Schule und im Internat gefördert und integriert wurden. „Der Sozialdienst katholischer Frauen leistet sowohl im Rahmen des Jugendmigrationsdienstes als auch im Rahmen der Migrationsberatung für Erwachsene einen sehr wertvollen Beitrag zur Integration“, betonte Huml.

Zur Verbesserung der Situation junger Migranten setze Bayern ein aufeinander aufbauendes Gesamtkonzept „Integration durch Sprachförderung und begleitende Hilfestellung“ um. „Um Kindern aus Migrantenfamilien gute Integrationsmöglichkeiten zu eröffnen, legen wir besonderen Wert auf eine frühzeitige Sprachförderung. Im Bayerischen Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz wurde daher die Sprachförderung im Kindergarten verankert.“ Eine weitere wichtige Maßnahme seien die „Vorkurse Deutsch“ an der Schwelle vom Kindergarten zur Grundschule. „Damit wird kein Kind mehr ohne ausreichende Deutschkenntnisse eingeschult“, erläuterte die Staatssekretärin. Weitere Angebote seien schulische Sprachfördermaßnahmen wie Sprachlernklassen, Übergangs- oder Eingliederungsklassen, Intensivkurse Deutsch oder Förderunterricht Deutsch als Zweitsprache. „Diese schulischen Sprachfördermaßnahmen werden durch außerschulische Hausaufgabenhilfe ergänzt. Junge Zuwanderer, die eine Übergangsklasse oder Deutschlerngruppe besuchen und Bedarf an Deutschförderung haben, können bis zu vier Stunden wöchentlich eine außerschulische Hausaufgabenhilfe erhalten“, betonte Huml. Alle Maßnahmen seien darauf angelegt, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch frühzeitige und nachhaltige Fördermaßnahmen zu verbessern.