10.5.2007

Guter Start ins Leben: Neuer Kurs der Schwangerenberatung und Erziehungsberatung  fördert Eltern-Kind-Bindung


1997 gegründet hat Haus Anna, die Mutter-Kind-Einrichtung des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) in Nürnberg bislang 128 junge Mütter und 154 Kinder professionell auf ihrem Weg ins Leben begleitet, zuletzt mit dem Bindungsprojekt der Caritas. Unser Foto entstand beim Tag der Offenen Tür zum zehnjährigen Bestehen.
Foto: Sauerbeck

Eine gute Eltern-Kind-Bindung von Anfang an ist  entscheidend für das weitere Leben und kann die beste Prävention sein. Denn Mütter und Väter, die ihr Kind angenommen und eine positive Beziehung zu ihm aufgebaut haben, werden es kaum vernachlässigen oder misshandeln. Der Caritasverband Nürnberg hat daher ein Bindungsprogramm mit dem Namen „Safety - Geborgen bei mir“ entwickelt und wendet sich damit an Schwangere kurz vor der Geburt und  Eltern von Säuglingen.    

„Positive Beziehungserfahrungen während des ersten Lebensjahres führen zu einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind, die dem Kind Schutz und Unterstützung und emotionale Geborgenheit bis ins Erwachsenenalter hinein bietet“, meinen die Psychologin Hiltrud Schmeußer  von der Erziehungsberatung und die Sozialpädagogin Eva-Maria Rauner von der Schwangerenberatung der Caritas. Sie haben das Konzept für die Bindungs- und Entwicklungsberatung geschrieben und im Haus Anna, der Mutter-Kind-Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Nürnberg bereits erprobt.

In vier Gruppensitzungen informieren die beiden Beraterinnen über Entwicklungsphasen und -prozesse in der frühen Kindheit, leiten dazu an, Signale des Babys wahrzunehmen und helfen im Umgang mit Stress und schwierigen Alltagssituationen. Auf Wunsch bieten sie noch Videoaufnahmen und -analysen in Einzelsitzungen an. „In dieser Kombination dürfte unser Angebot in Nürnberg einzigartig sein“, unterstreicht Hiltrud Schmeußer. Auf Anfrage geht sie mit ihrer Kollegin  auch in Kliniken oder Einrichtungen. „Wir suchen die Menschen auf, dann ist die Schwellenangst weg.“

Im Haus Anna war der Kurs ein Erfolg, ein zweiter ist bereits in Planung. Die jungen, teils minderjährigen Frauen „haben gemerkt, wie wichtig sie als Mütter sind, wie sich die Kinder an ihnen orientieren“, bilanziert Eva-Maria Rauner. „Das hat ihnen Selbstvertrauen gegeben.“ Als Zielgruppe haben die Beraterinnen aber nicht nur Teenagermütter aus problematischen Verhältnissen im Blick, sondern auch Eltern von Frühgeborenen, von Babys mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder „Schreikindern“ und alle „frischgebackenen“ Mütter und Väter, die „ihr Baby besser verstehen möchten“.

Information: Caritasverband Nürnberg e.V.,
Erziehungsberatung,
Tel. 0911 / 2354-241,
E-Mail: erziehungsberatung@caritas-nuernberg.de;
Schwangerenberatung,
Tel. 0911 / 2354-231,
E-Mail: schwangerenberatung@caritas-nuernberg.de.