3.5.2007

Gelebte Integration: 25 Jahre Integrativer Montessori-Kindergarten im Kinder- und Jugendhaus Stapf

Der Integrative Montessori-Kindergarten im Kinder- und Jugendhaus Stapf, Leopoldstr. 34 feiert am Samstag, 12. Mai, sein 25-jähriges Bestehen mit einem Wortgottesdienst um 11 Uhr in der benachbarten Pfarrkirche St. Bonifaz und einem Fest für Eltern, Ehemalige und Gäste. Seit seiner Gründung im Jahre 1982 arbeitet der Kindergarten integrativ, d.h. auch Kinder, die aufgrund einer geistigen bzw. körperlichen Behinderung oder aufgrund von Entwicklungsverzögerungen einen besonderen Förderbedarf haben, werden zusammen mit den anderen Kindern gefördert. Unter Leitung von Dagmar Buchenberg betreut das sechsköpfige pädagogische Fachpersonal bis zu 35 Kinder, darunter 10 Förderkinder.

Die Montessori-Pädagogik mit ihren besonderen Strukturen und Materialien und einer auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes hin ausgerichteten Begleitung und Unterstützung sei gerade für die Integration der Förderkinder von großer Bedeutung, betont Dagmar Buchenberg, die bei Prof. Hellbrügge in München gelernt und das internationale Montessori-Diplom erworben hat. Ihre fünf Mitarbeiterinnen haben das nationale Montessori-Diplom bzw. eine Heilerziehungspflege-Ausbildung.

Der Integrative Montessori-Kindergarten im „Stapf“ legt großen Wert auf die Elternarbeit. „Wir sehen es als Recht der Mütter und Väter an, umfassend über die Arbeit im Kindergarten informiert zu sein. Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich bei den im Montessori-Kindergarten üblichen Hospitationen“, erklärt Leiterin Dagmar Buchenberg. Die Eltern der Förderkinder treffen sich auch einmal im Jahr mit  Erziehern und Therapeuten zu einem „Runden Tisch“, um Fördermaßnahmen für ihr Kind zu besprechen und abzustimmen. Seit 1997 findet ein Gesprächskreis für Eltern behinderter und nichtbehinderter Kinder unter Leitung von Pfarrer Siegfried Firsching, dem Behindertenseelsorger im Erzbistum Bamberg, und Ursula Pöllmann-Koller statt.

Das Einzugsgebiet des Integrativen Montessori-Kindergartens erstreckt sich über den Stadtteil St. Leonhard hinaus auf die Städte und Landkreise Nürnberg und Fürth. Manche Eltern melden ihr Kind ganz bewusst wegen der Montessori-Pädagogik oder dem integrativen Ansatz an, andere kommen aus dem Stadtteil und haben den Kindergarten einfach nur wegen der Nähe gewählt.


Individuelle Förderung wird im Montessori-Kindergarten groß geschrieben.
Foto: Sauerbeck

Das „Stapf“, das vom Caritasverband Nürnberg e.V. getragen wird,  bietet unter einem Dach unterschiedliche Angebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf: eine spezielle Förderstätte für mehrfach behinderte Kinder ab dem ersten Lebensjahr bis zur Einschulung, integrative Plätze für Förderkinder im Alter von 3 - 6 Jahren im Montessori-Kindergarten und der Integrativen Kindertagesstätte sowie Förderplätze für Schulkinder im Hort und in der Heilpädagogischen Tagesstätte.

Kontakt:
Franz Ochs, Gesamtleiter Kinder- und Jugendhaus Stapf, Tel. 0911/65741-100 oder 65741-0, Dagmar Buchenberg, Leiterin des Integrativen Montessori-Kindergartens, Tel. 0911/65741-330/331