5. März 2007

„Profil der Nächstenliebe bewahren“

Auftaktgottesdienst zur Caritas-Frühjahrssammlung im Erzbistum Bamberg


Zu Beginn des Gottesdienstes in der Stadtsteinacher Pfarrkirche St. Michael trugen Mitarbeiter der Caritas Kulmbach als Bausteine die Dienste und Angebote ihres Kreis-Caritasverbandes zusammen.


Die Predigt im diözesanen Auftaktgottesdienst zur Caritas-Frühjahrssammlung hielt Dr. Josef Zerndl, Regionaldekan von Bayreuth.


Da die Caritas im Rahmen ihrer Frühjahrssammlung auch auf ihre Initiative zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze in der Altenpflege aufmerksam machen will, trugen Auszubildende im Gottesdienst die Fürbitten vor. Den Gottesdienst zelebrierten (von links) Hans Roppelt, Dekan des Dekanates Kulmbach und Pfarrer von Stadtsteinach, und Dr. Josef Zerndl, Regionaldekan der Region Bayreuth.

Das „Profil der Nächstenliebe“ zu bewahren, rief Regionaldekan Dr. Josef Zerndl die Katholiken im Erzbistum Bamberg bei der Eröffnung der Caritas-Frühjahrssammlung auf. Zerndl hielt die Predigt im diözesanen Auftaktgottesdienst am gestrigen Sonntag in Stadtsteinach. Segenswünsche per SMS sandte Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Jerusalem von der Israel-Reise deutscher Bischöfe.

Es habe im Christentum neben Gotteshäusern stets auch Häuser für die Hilfe an den Menschen gegeben, sagte Dr. Josef Zerndl unter Bezugnahme auf das Sonntagsevangelium von der Verklärung Christi, in dem Petrus für den verklärten Jesus eine Hütte bauen will. Noch bevor in Rom eine Kirche gebaut worden sei, hätten Christen dort Diakoniestellen für die Armenspeisung und Krankenpflege eingerichtet. Aus der Geschichte des Bistums Bamberg nannte der Regionaldekan von Bayreuth Siechenhäuser, Spitäler und Stiftungen. Im Jahr des Bistumsjubiläums sollten sich die Gläubigen daher auch „innewerden, dass sie eine sozial geprägte Gemeinschaft sind“. Darüber hinaus erinnerte Zerndl an die soziale Verantwortung der Gesellschaft und der politischen Entscheidungsträger.

Die Caritas-Frühjahrssammlung dauert bis zum 11. März 2007. Dabei gehen im Erzbistum Bamberg rund 4000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Tür zu Tür und bitten die Bevölkerung um Spenden für die Arbeit der Caritas. Die Caritas-Sammler können sich durch einen vom zuständigen Pfarramt abgestempelten Sammlerausweis legitimieren.

Den thematischen Schwerpunkt der Frühjahrssammlung setzt die Caritas im Erzbistum Bamberg auf die ambulante Pflege. Sie ist eine zentrale Aufgabe der Caritas vor Ort. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der 38 Caritas-Sozialstationen betreuen in allen Gegenden des Erzbistums Bamberg insgesamt 3.400 alte und kranke Menschen in ihrem Zuhause. Zudem unterstützt die Caritas pflegende Angehörige durch Beratungsstellen und die Organisation von Selbsthilfegruppen. Gerade diese Arbeit, aber auch die einfühlsame Begleitung sterbenskranker Patienten, die Trauerbegleitung bei hinterbliebenen Angehörigen, die Betreuung Demenzkranker sowie generell das Engagement ehrenamtlicher Helfer muss die Caritas aus eigenen Mitteln finanzieren.

Im Rahmen der Frühjahrssammlung wirbt die Caritas auch für eine Aktion, die zusätzliche Ausbildungsplätze in den Caritas-Sozialstationen schaffen will. Dies ist nur mit Hilfe von Spenden möglich. Die Aktion ist Teil der Initiative „Ausbildung – Arbeit – Zukunft: für Menschen in unserer Region” zum Jubiläum „1000 Jahre Bistum Bamberg“.

Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung vor allem jener Angebote, die stark auf Eigenmittel der Caritas angewiesen sind.

Die rund 1,6 Millionen Euro, welche der Caritas im Erzbistum Bamberg bei den beiden Sammlungen im Frühjahr und Herbst jährlich gespendet werden, sind die einzigen wirklich frei verfügbaren Mittel der Caritas und machen rund 3 % des Gesamthaushaltes der Caritas im Erzbistum aus.