26.6.2007

Vinzentinerinnen waren Aushängeschild der Caritas in Bayreuth

Seit 1912 leistete der Frauenorden ambulante Alten- und Krankenpflege

Nach 95 Jahren Tätigkeit in der Kranken- und Altenpflege hat der Orden der Vinzentinerinnen Bayreuth verlassen. Mit einer Eucharistiefeier in der Schlosskirche und einem anschließenden Festakt verabschiedeten Kommune, Kirche und Caritas Schwester Aloisia Kolm und Schwester Elisabeth Maier.

1912 hatten sich die „Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul“ in Bayreuth niedergelassen und eine ambulante Pflege für kranke Menschen aufgebaut. Anfang der 1970er Jahre zeichneten sich jedoch bei vielen Frauenorden Nachwuchsprobleme ab. Angeregt durch ein Förderprogramm des bayerischen Sozialministeriums wurden daher allerorten Sozialstationen gegründet, in denen auch „weltliches“ Personal arbeitete. Als eine der ersten Stationen im Erzbistum Bamberg entstand im Juli 1978 die Caritas-Sozialstation Bayreuth. Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein dankte den Vinzentinerinnen besonders für „die Entwicklungshilfe, die Sie uns beim Aufbau und Wachsen der Station gegeben haben.“ Denn der Orden stellte der Caritas-Sozialstation Bayreuth weiterhin seine gut ausgebildeten Schwestern zur Verfügung.

1987 übernahm Schwester Aloisia Kolm die Leitung der Station. Seit 16 Jahren war dort Schwester Elisabeth Maier tätig. Nachdem der Nachwuchs inzwischen auch in den ordenseigenen Einrichtungen fehlt, zog die Schwesterngemeinschaft jetzt aus Bayreuth ihre letzten beiden dort verbliebenen Mitglieder ab.

Öhlein betonte, dass der Caritas nicht leicht falle, die Schwestern ziehen zu lassen. Sie hätten sich höchste Verdienste erworben und seien den Gesundheitsdiensten der Stadt – Kliniken, Ärzten, Pflegepersonal – stets ein verlässlicher Partner gewesen: „Sie haben als Aushängeschild für die Caritas und die katholische Kirche gewirkt und Nächstenliebe vorgelebt.“

Die Stadt Bayreuth zeichnete die Vinzentinerinnen aus, indem Schwester Aloisia, Schwester Elisabeth und ihre Ordensoberin Schwester Theodolinde Mehltretter sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen durften. Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl sagte dazu: „Bayreuth wird Sie nie vergessen, und auch Sie sollen Bayreuth nie vergessen.“

Als neue Leiterin der Caritas-Sozialstation führte Caritas-Geschäftsführer Hermann Hinterstößer die bisherige stellvertretende Leitung Martina Anders ein.