16.7.2007

Caritas-Seniorenheim in Coburg nach fünfjähriger Modernisierung neu eingeweiht


Ungewöhnliche Geschenke gab es zum Ende der Modernisierung des Caritas-Seniorenheims St. Josef in Coburg. Weihbischof Werner Radspieler überreichte Heimleiter Lorenz Freitag eine Mesusa, eine Kapsel mit dem Bibeltext „Höre, Israel“, wie Juden sie an ihren Haustüren anbringen. Architekt Michael Brejschka brach mit der Tradition, bei der Einweihung einen symbolischen Schlüssel zu übergeben, und spendete stattdessen einen farbenfrohen, im Stil von Hundertwasser gehaltenen Brunnen für den Innenhof.

Der Umbau des 1968/69 entstandenen Hauses erstreckte sich über die vergangenen fünf Jahre. Alle Pflegezimmer verfügen nun über eigene pflege- und behindertengerechte Nasszellen. Auf den neuen, wie ein Laubengang gestalteten Fluchtbalkonen gehen die Bewohner gerne spazieren. Neu gestaltet sind die jetzt behindertengerechten Eingänge, die Aufzüge sowie die Terrassen, Sitzplätze und Rampen in der Außenanlage. Das Haus erhielt eine moderne Wärmedämmung. Jede Etage heißt nun nach einem bekannten Coburger Bauwerk, dessen Bild zugleich als Leitsystem dient. Timo Geldner vom Fotoclub Coburg stellte die Bilder zur Verfügung.

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein dankte bei der Einweihung den Zuschussgebern: Von den gesamten Baukosten in Höhe von 5,9 Millionen Euro übernahmen die Stadt Coburg und der Freistaat Bayern jeweils rund 1,75 Millionen Euro und das Deutsche Hilfswerk (ARD-Fernsehlotterie) 500.000 Euro. Den Restbetrag von 2,2 Millionen trägt der Caritasverband Coburg aus Eigenmitteln, wobei 1,33 Millionen die Erzdiözese Bamberg finanziert. In diesem Zusammenhang kritisierte Öhlein den inzwischen vollständigen Rückzug des Freistaates aus der Förderung von Baumaßnahmen der stationären Altenhilfe. Ebenso beanstandete er ein Übermaß an Kontrollen: „In den anderen Bereichen der Gesetzgebung gilt generell die Unschuldsvermutung, nur im Bereich der Pflege wird allen beteiligten Akteure allein mit dem Wort ‚unangemeldete Kontrollen’ das Misstrauen ausgesprochen.“