9.7.2007

Caritas informiert an den Bistumstagen über ihr breites Angebotsspektrum


In einem Forum in der Caritas-Zentrale berichteten Fachberaterin Katharina Simon vom Diözesan-Caritasverbrand (2. v. links) und Diözesan-Familienseelsorger Wolfgang Eichler über das Familiensozialprojekt "Katholische Kindertagesstätten auf dem Weg zum Familienstützpunkt"




Der Zirkus Giovanni umrandete das Programm mit einer Vorstellung auf dem Platz vor dem Dr.-Philipp-Kröner-Haus.

Mit fünf verschiedenen Themenforen präsentierte sich der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg am Samstagnachmittag im Philipp-Kröner-Haus. Ein besonderer Beitrag der Diözese zu ihrem 1000-jährigen Bistumsjubiläums ist das Familiensozialprojekt „Katholische Kindertagesstätten auf dem Weg zum Familienstützpunkt“. An 10 Standorten in der Erzdiözese werden dabei modellhaft Konzepte für Kindertagesstätten als Familienstützpunkt erarbeitet. Ziel des Projektes ist es, Eltern und Familien zu unterstützen, ihre Erziehungskompetenzen zu fördern und sie mit ihren Fähigkeiten in die Arbeit der Kindertagestätten zu integrieren. Dabei spiegeln die ausgewählten Standorte das Spektrum der unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten in der Erzdiözese wider: Stadt und Land, ein hoher Migrantenanteil und unterschiedliche Altersverteilungen. Jede Einrichtung wählt dabei jeweils spezifische Ansätze aus, die ihrer Ausgangsituation am besten entspricht. Im katholischen Kindergarten in Burgwindheim steht das Projekt beispielsweise unter dem Motto „Kinder und Familie stärken für die Zukunft“. Der Fokus liegt hier auf der Sprache. In Zusammenarbeit mit Logopäden, der Grundschule und einem monatlichen Büchereibesuch werden die Sprachdefizite der Kinder kompensiert und gleichzeitig die Eltern mit einbezogen, um sie für die Problematik zu sensibilisieren.

Vorgestellt wurde auch das Projekt „Freiwilliges Soziales Schuljahr“ (FSSJ). Schülerinnen und Schüler übernehmen rund zwei Stunden wöchentlich über ein Jahr hinweg zivilgesellschaftliche Verantwortung. Je nach ihrer individuellen Interessenslage können sie aus einem breiten Angebot auswählen, ob sie sich eher im sozialen, umweltorientierten oder kulturellen Bereich freiwillig einbringen möchten. So erhalten die Schülerinnen und Schüler  Einblicke in ihnen bisher unbekannte Bereiche, die ihnen bei ihrer persönlichen und beruflichen Orientierung helfen. Am Ende ihres Einsatzes erhalten sie ein beglaubigtes Zeugnis, das bei späteren Bewerbungen von Vorteil sein kann.

Ebenfalls informierte die Caritas über das Ausbildungsangebot der Altenpflege. Angesichts der demographischen Entwicklung wird der Bedarf an Pflegepersonal für ältere und kranke Menschen bis 2020 stark zunehmen. Angesichts der Schwierigkeiten für Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hat es sich die Caritas darüber hinaus mit der Aktion „Zukunft schaffen durch Ausbildungsplätze in der ambulanten Altenpflege“ zum Ziel gemacht, Jugendlichen eine Ausbildungschancen zu geben. Denn aufgrund fehlender Vereinbarungen über die Ausbildungskosten in der Pflegegesetzgebung ist es den ambulanten Krankenpflegestationen gegenwärtig nicht möglich, Ausbildungsplätze zu finanzieren.

Mit der Internetpräsenz www.freiwilligennet.de bietet die Caritas im Erzbistum Bamberg allen an ehrenamtlichen Engagement Interessierten eine Plattform mit Informationen und Kontaktmöglichkeiten. Die Homepage ist ein Angebot der Caritas, steht aber ausdrücklich allen gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung, die auf die Unterstützung durch Ehrenamtliche angewiesen sind.

„In der Heimat wohnen – ein Leben lang“ ist ein innovatives Wohnmodell des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg und dem kirchlichen Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung, welches dem Wunsch vieler Menschen nach kommt, auch im Alter, bei Pflegebedürftigkeit oder bei Behinderung ihr Leben zu Hause verbringen zu können. Durch den Um- oder Neubau werden je nach örtlichen Gegebenheiten barrierefreie Wohnungen zu ortsüblichen Preisen geschaffen. Somit ist das Wohnmodell in den jeweiligen Stadtteil oder Ortsteil bestens integriert. Bewusst wird bei dem Modell auf eine Betreuungspauschale verzichtet. In unmittelbarer Nähe befindet ein Caritas-Stützpunkt, der rund um die Uhr erreichbar ist. Dieses Wohnmodell wird derzeit an sieben Standorten im Erzbistum Bamberg verwirklicht.

Der Zirkus Giovanni umrandete das Programm mit einer Vorstellung auf dem Platz vor dem Dr.-Philipp-Kröner-Haus. Menschen mit Behinderung und Familien mit Kindern fanden am Samstag und Sonntag im Caritas-Beratungshaus Geyerswörth eine Anlaufstelle, um sich zu entspannen, spezielles Essen einzunehmen, sowie behindertengerechte Toiletten und die Möglichkeit zum Wickeln in Anspruch zu nehmen. Bei Bedarf wurden Erste Hilfe und medizinische Leistungen vermittelt.

Katharina Schmieder