20. Februar 2007

Eine Reliquie von St. Martin für das neue Seniorenzentrum

Caritas feierte Richtfest in Eggolsheim



Da das Richtfest mitten im Fasching stattfand, kamen die Kinder aus dem benachbarten Kindergarten kostümiert zu der Feier.

Eine Reliquie des heiligen Martin hat Pfarrer Andreas Röckelein beim Richtfest am Caritas-Seniorenzentrum St. Martin in Eggolsheim Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein überreicht. Sie wird in den Altar der Kapelle eingelassen, die als Teil des im Bau befindlichen Seniorenzentrums entsteht.

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein zeigte sich zuversichtlich, dass das neue Caritas-Seniorenzentrum am Feiertag seines Namenspatrons eingeweiht werden kann. Er dankte den Zuschussgebern, die die Baikosten von 7,1 Millionen mittragen: dem Markt Eggolsheim (415.000 Euro), dem Landkreis Forchheim (777.000 Euro), dem Freistaat Bayern (400.000 Euro), der Oberfrankenstiftung (400.000 Euro) und dem Deutschen Hilfswerk (500.000 Euro). Zugleich mahnte er, angesichts der demographischen Entwicklung dürfe der Staat den Pflegemarkt nicht allein privaten Investoren überlassen, sondern müsse die öffentliche Förderung von Pflegeheimen erhalten. Die Ehrenamtlichen, die sich im Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg engagieren, bat Öhlein, ihr Wirken auch im neuen Haus fortzusetzen, wenn die Bewohner von Schloss Jägersburg dorthin umgezogen sind.

Das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin wird nach dem Hausgemeinschaftsmodell gestaltet. Dabei leben jeweils zwölf Hausbewohner in einer Hausgemeinschaft und verbringen die meiste Zeit des Tages in einem großen Gemeinschaftsraum. Dort wird auch zusammen gekocht und gegessen. Die Bewohner können sich, soweit sie dazu in der Lage sind und es wünschen, an den alltäglichen Verrichtungen aktiv beteiligen. Dieses Konzept soll den Bewohnern ermöglichen, den Alltag, den sie von zu Hause gewohnt sind, weitgehend fortzuführen.

Das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin wird 60 Bewohner in fünf Hausgemeinschaften aufnehmen. Zwei Wohngruppen werden als beschützende Bereiche für Demenzpatienten gestaltet. Kurzzeitpflegeplätze werden in die Wohngruppen eingestreut. Eine Tagespflegestation soll zehn Tagesgäste betreuen, die nur tagsüber Pflege und Begleitung benötigen. Außerdem entstehen eine Schwesternklausur für zehn Ordensfrauen und eine Priesterwohnung. Im Eingangsbereich ist neben Verwaltung, Foyer und Cafeteria eine Kapelle vorgesehen.

Reliquien sind Knochen, Kleidungsstücke oder andere Gegenstände, die Menschen hinterlassen haben, die von der katholischen Kirche als Heilige oder Selige verehrt werden. Schon die frühen Christen feierten dort Gottesdienst, wo Heilige beerdigt waren. Später errichtete man Kirchen bewusst über den Gräbern von Heiligen oder setzte Gebeine der Heiligen in den Kirchen bei, bevorzugt unter dem Altar. Bei der Weihe einer neu errichteten katholischen Kirche wird eine Reliquie des jeweiligen Namenspatrons in den Tisch des Hauptaltars eingemauert.