10.12.2007

Neue Wohnform für junge und alte Menschen mit Unterstützungsbedarf

Als erstes von zwölf Modellprojekten in Bayern beginnt „In der Heimat wohnen“ in Bamberg-Gaustadt mit dem Bau

Im Bamberger Stadtteil Gaustadt ist am Freitagnachmittag die Bautafel für das Wohnmodell „In der Heimat wohnen – ein Leben lang“ enthüllt worden. Anstelle eines früheren Altenheimgebäudes, das bereits abgerissen ist, entstehen 29 barrierefreie Mietwohnungen. Das Modell „In der Heimat wohnen“ verwirklichen der Diözesan-Caritasverband und das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung an mehreren Standorten im Erzbistum Bamberg.

Das Bauvorhaben in Gaustadt ist, wie Ministerialrätin Karin Sandeck von der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium betonte, eines von nur zwölf Modellprojekten, die der Freistaat im Rahmen des Programms „Wohnen in allen Lebensphasen“ fördert. Zudem ist es aus diesem Dutzend das erste, das mit dem Bau beginnt.

Mit 800.000 Euro unterstützt der Freistaat Bayern den Bau des Wohnmodells in Gaustadt. In die Gesamtinvestition von 3,6 Millionen Euro bringt die Joseph-Stiftung, so deren Vorstand Reinhard Zingler, 450.000 Euro Eigenkapital für die 20 geförderten und 1,3 Millionen für die neun frei finanzierten Wohnungen ein. Die Joseph-Stiftung erhalte Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau, da das Gebäude den Niedrigenergie-Standard erfülle und eine umweltfreundliche Holzpelletheizung erhalte.

Die barrierefreien Wohnungen seien für Menschen gedacht, die gleich, ob alt oder jung, einen Hilfebedarf hätten, unterstrich Zingler. Solch ein Zusammenleben der Generationen sei noch außergewöhnlich, sollte aber Normalität werden. Zingler nannte eine Studentin, die, da auf den Rollstuhl angewiesen, in das Wohnmodell einziehen werde, als Beispiel dafür, dass das Konzept aufgehe. Als weitere Zielgruppe nannte er alleinerziehende Mütter oder Väter mit behinderten Kindern. „In der Heimat wohnen“ sei daher keine Seniorenresidenz, sagte Zingler, sondern biete bezahlbare Mietwohnungen.

Dass für Menschen, die bei Pflegebedürftigkeit nicht in Einsamkeit leben wollten, bislang eine Zwischenlösung zwischen Betreuung zu Hause und Pflegeheim gefehlt habe, stellte Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein heraus. Gerade für Alleinstehende, die in einer zu groß gewordenen Wohnung lebten, sei „In der Heimat wohnen“ ideal. Auch Bambergs Bürgermeister Werner Hipelius sagte, dass man die Probleme einer älter werdenden Gesellschaft so lösen müsse, dass sich die Menschen möglichst lange am aktiven Leben beteiligen können.

Öhlein freute sich, dass neben dem Caritas-Seniorenzentrum St. Josef ein zweites Modellprojekt am Standort Gaustadt entstehe. Das Konzept des Seniorenzentrums, dass die Bewohner in Hausgemeinschaften den Alltag gemeinsam teilten, habe seit der Einweihung vor zwei Jahren, als das Seniorenzentrum das bisherige Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Josef ablöste, „hohe Akzeptanz“ gefunden.

Daher wird der Bürgerverein Gaustadt, der bereits im Caritas-Seniorenzentrum aktiv ist, auch die Bewohner des Wohnmodells ehrenamtlich betreuen, wie Bürgervereins-Vorsitzende Daniela Reinfelder versicherte. Die professionelle Versorgung und Unterstützung stellt der Caritasverband für die Stadt Bamberg sicher.

Weitere Informationen über das Wohnmodell „In der Heimat wohnen – ein Leben lang“ finden sich auf der Homepage www.in-der-heimat.de.

Auskünfte über den Standort in Bamberg-Gaustadt erteilen:

Caritasverband für die Stadt Bamberg, Geschäftsführer Bernhard Poesdorf, Geyerswörthstraße 2, 96047 Bamberg, Telefon: (0951) 29957-11, Fax: (0951) 29957-81, E-Mail: bernhard.poesdorf@caritas-bamberg.de

Joseph-Stiftung, Kundenbetreuerin Hannelore Bils-Klinker, Hans-Birkmayr-Straße 65, 96050 Bamberg, Telefon: (0951) 9144-3 09, Fax: (0951) 9144-555, E-Mail: hannelore.bils-klinker@joseph-stiftung.de