30. Oktober 2006

Mit der Aktion „Rollentausch“ rückte die Caritas Nürnberger Land ihre soziale Arbeit in den Blickpunkt der Politiker


Stellvertretender Landrat Norbert Dünkel half Besuchern der Caritas-Tagespflege in Schnaittach bei der Nahrungsaufnahme.


Die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler stand an der Theke im Carisma Gebrauchtwarenmarkt.


Die Bundestagsabgeordnete Marina Schuster wirkte in der Carisma Industriearbeit mit.

Stellvertretender Landrat Norbert Dünkel verfügt zwar über einen großen Erfahrungsschatz aus seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Lebenshilfe-Einrichtungen. Die Einladung des Caritasverbandes im Nürnberger Land nahm er dennoch gerne an, um im Kontakt mit alten und pflegebedürftigen Menschen den Alltag der Caritas-Sozialstation St. Kunigund in Schnaittach kennen zu lernen. Im Gespräch mit der Einrichtungsleitung und dem Geschäftsführer informierte er sich über Möglichkeiten alternativer Finanzierungswege und neuer Einrichtungen für alte Menschen.

Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler war in dieser Zeit beim Carisma Gebrauchtwarenmarkt in Hersbruck hinter der Theke und brachte die Ware an den Mann oder die Frau. Dazwischen erfuhr sie, dass die Carisma deutlich zur Sperrmüllreduzierung im Landkreis beiträgt und dabei psychisch beeinträchtigten Menschen eine berufliche Perspektive gibt.

Paul Brunner, Mitglied des Bezirkstages, erfreute die Bewohner der Caritas-Tagespflege St. Bonifatius in Röthenbach mit Volksliedern, die er zur eigenen Gitarrenbegleitung sang. Dies war für alle Beteiligten ein außerordentliches Ereignis, da Paul Brunner blind ist. Er informierte sich ausführlich zu alternativen Wohn- und Pflegekonzepten für Demente.

Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Beyer besuchte die Allgemeine Sozialberatung der Caritas in Lauf und informierte sich über Armut im Landkreis. Er bilanzierte anschließend: "Der intensive Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit den engagierten Mitarbeiterinnen der Caritas belegt, dass Armut und Existenzangst auch im Landkreis Nürnberger Land alltäglich sind. Ohne die Arbeit der Wohlfahrtsverbände stünden die Betroffenen mit ihren Sorgen allein - der Staat hilft zuwenig!"

Nicht schlecht staunte die frischgebackene Bundestagsabgeordnete Marina Schuster, die in der Carisma Industriearbeit Hersbruck bei der Elektronikfertigung Hand anlegte. So kompliziert hätte sie sich die Arbeit nicht vorgestellt, kommentierte sie und mühte sich, Federn in ein Montageteil einzubauen. "Man muss sehr genau und konzentriert arbeiten, damit man keinen Fehler macht“, stellte sie fest. Aber die netten Mitarbeiter halfen der jungen Volksvertreterin schon auf die Sprünge. Das veranlasste Marina Schuster zu dem Statement: "Ich habe das Gefühl, dass hier ein sehr gutes Arbeitsklima herrscht und sich die Mitarbeiter sehr gut miteinander verstehen".

Begeistert war sie auch vom Gebrauchtwarenmarkt, denn hier gibt es komplette Küchen und Wohnzimmer zu erstehen, „alles sehr ansprechend arrangiert und gute Ware“, kommentierte sie. Zum Schluss kaufte Marina Schuster noch fünf Krimis aus der Carisma Bücherei.

Geschäftsführer Michael Groß dankte allen Beteiligten abschließend für die spontane Bereitschaft, an der „Aktion Rollentausch“ mitzuwirken. Es sei wohltuend für die Sozialverbände, an verantwortlicher Stelle nicht nur im Landkreis erfahrene und kompetente Vertreter der Schwachen zu wissen, die Sachverhalte klar analysieren und auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen können.