23. November 2006

Ein Lebens- und Lernort

Hort mit sozialpädagogischen Förderplätzen im Kinder- und Jugendhaus Stapf eingeweiht


Viel Platz zum Malen, Spielen und Hausaufgabenmachen  bietet der neue Hort im Kinder- und Jugendhaus Stapf.
Foto: Sauerbeck 

Nach umfassenden baulichen Veränderungen wurde im Kinder- und Jugendhaus Stapf des Caritasverbandes Nürnberg ein zweigruppiger Hort für insgesamt 40 bis 50 Kinder eingeweiht. Die Besonderheit: er bietet auch sozialpädagogische Förderplätze an. 

„Aufgrund der positiven Erfahrungen mit integrativer Arbeit in den Kindergärten haben wir im Hort ebenfalls Förderplätze eingerichtet“, erläuterte Stapf-Gesamtleiter Franz Ochs. Daher sei die Zahl der Plätze in den Hort-Gruppen reduziert. Die Kinder auf den Förderplätzen erhielten zusätzliche Förderung, eine intensive Elternarbeit sei vorgesehen.

Orientierungshilfen

„Im Mittelpunkt unserer Konzeption und Pädagogik steht das Erlernen vielfältiger sozialer Kompetenzen, Werte und Verhaltensweisen, aber auch Regeln im Sinne von Orientierungshilfen“, erklärte Hort-Leiterin Silvia Igl. „Wir verstehen unseren Hort als Lebens- und Lernort, der den Kindern in einem umfassenden Sinn neue wichtige Erfahrungsfelder öffnet.“ So prägten unterschiedliche Neigungsgruppen, Tanz-, Musik- und Spielgruppen oder auch die „Einsteingruppe“ für naturwissenschaftlich interessierte Kinder, den Hortalltag.

Da der Bedarf und die Nachfrage im Stadtteil St. Leonhard und im Einzugsgebiet des Stapf so groß waren, begann die Einrichtung bereits vor einem Jahr mit einer „provisorischen“ Hortgruppe. Nach Abschluss der Bauarbeiten begann im September dieses Jahres für 36 Regelkinder, vier Förderkinder, vier Erzieherinnen und eine Vorpraktikantin das Hort-Schuljahr. Neben dem neu eröffneten Kinder-Hort unterhält das Stapf im Bereich Tagesbetreuung noch einen Jugend-Hort, drei auch integrative Kindergärten und eine Mittagsbetreuung für Grundschulkinder.

Prälat Theo Kellerer, Erster Vorsitzender des Caritasverbandes Nürnberg, segnete die Kreuze, die in den neuen lichten Räumen aufgehängt wurden. Den Hort-Kindern wünschte er, „dass ihr hier aufblühen, euch entfalten und auch einmal zurückziehen könnt“. Einen „ganz herzlichen Dank“ übermittelte Nürnbergs Sozialreferent Reiner Prölß an den Träger der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, den Caritasverband Nürnberg.

Mit der Kampagne „Mach dich stark für starke Kinder“ habe die deutsche Caritas eine Befähigungsinitiative für benachteiligte junge Menschen gestartet, sagte  Caritasdirektor Roland Werber. Durch Lobbyarbeit und ganz konkrete Hilfen vor Ort, wie im Stapf, setze sich die Caritas dafür ein, dass „Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund oder Kinder aus sogenannten bildungsfernen Familien in unserer Gesellschaft ihre Chancen erhalten“.

„Haus für Familien“

Das Kinder- und Jugendhaus Stapf besteht seit 1954. In den vergangenen fünf Jahrzehnten habe es sich immer am sozialen Bedarf der jeweiligen Zeit orientiert und seine Angebote daran ausgerichtet, teilte die Caritas mit. Mit vielfältigen zielgerichteten Hilfeformen unterstütze es heute Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien. „Wir sind im Stapf auf dem Weg zu einem ‘Haus für Familien´“, unterstrich Ochs und verwies auf die Beteiligung am Nürnberger Bündnis für Familie und am Bamberger Bistumsprojekt „Kindertagesstätten auf dem Weg zum Familienstützpunkt“.