21. November 2006

Erzbischof wechselte im Caritas-Alten- und Pflegeheim in Wallenfels in die Rolle des Altenpflegers


Erzbischof Dr. Ludwig Schick hilft beim Ausmalen eines Bildes.

Zur Aktion „Rollentausch“, die die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern ins Leben gerufen hat, und die in Zukunft einmal jährlich stattfinden soll, hatte sich auch das Caritas-Alten- und Pflegeheim  St. Elisabeth in Wallenfels beworben. So konnte der 1. Vorsitzende des Caritas-Kreisverbandes Kronach, Willi Zaich zusammen mit Heimleiterin Heidi Rohrmann Erzbischof Dr. Ludwig Schick willkommen heißen. Das Haus „St. Elisabeth“ sei die größte Einrichtung des Kreis-Caritasverbandes, zumal diesem Heim seit Anfang des Jahres auch das zuvor städtische Bürgerspital Kronach angegliedert wurde und in Personalunion geführt wird.

Nachdem die Heimbewohner von Wallenfels den Erzbischof mit dem Lied „Tief im Frankenwald“ begrüßt hatten, dankte dieser für die herzliche Aufnahme. Er, so Dr. Ludwig Schick, sei ganz besonders gerne nach Wallenfels gekommen. Er selbst habe die Landesregierung schon mehrfach angemahnt, zuletzt bei der CSU-Klausurtagung auf Schloss Banz, dass für den Frankenwald, für das nördliche Bayern und gerade das nördliche Oberfranken zu wenig getan werde. Als weiteren Grund nannte der Erzbischof die Bedeutung dieses Hauses für die Stadt Wallenfels und ihre Umgebung. So sei das Alten- und Pflegeheim der größte und wichtigste Arbeitgeber in der Stadt. Das freue ihn zwar einerseits, dass hier gerade eine kirchliche Einrichtung Arbeit vermitteln, Jungen und Älteren Brot und Arbeit geben könne, tröste aber andererseits nicht, denn es müssten viel mehr Arbeitsplätze für die hier Lebenden geboten werden.

 „Wir“, so Erzbischof Dr. Ludwig Schick, „müssen noch mehr für unsere älteren Menschen tun.“  Es seien zu wenig ausgebildete Altenpflegerinnen und –pfleger sowie Krankenschwestern vorhanden. „Das ist ein großes Anliegen, dass wir als Kirche erkannt haben. Im nächsten Jahr wollen wir bei unserem Jubiläumsjahr auch einige Initiativen starten und junge Menschen für die Ausbildung als Krankenpflegerin und –pfleger ermutigen.“ Die Aktion „Rollentausch“ möchte er deshalb ganz besonders unterstützen. Er selbst habe ja einmal mit einem Medizinstudium angefangen und da gehörte es damals dazu, dass man Pflegepraktika absolvierte. Es würde ihm deshalb nicht schwer fallen, Verbände anzulegen und selbst Spritzen zu setzen.

Erzbischof Dr. Ludwig Schick begrüßte jeden einzelnen der im Speisesaal anwesenden Heimbewohner, drückte viele Hände, streichelte so manche Wange, nahm einen Malstift und half ein Bild auszumalen oder mit der Schere ein Werkstück zu bearbeiten und half bei einem Gedächtnistraining ein Stückchen weiter. Durch seine liebevolle Art hatte er im Nu die Herzen der Heimbewohner gewonnen. Erzbischof Dr. Ludwig Schick ließ es sich auch nicht nehmen, die Heimbewohner, die wegen ihres gesundheitlichen Zustands nicht an dem Treffen im Speisesaal teilnehmen konnten, auf ihren Zimmern aufzusuchen und ihnen Trost und Mut zuzusprechen.