14. November 2006

In der Tradition von Güte und Zuwendung

Für das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin in Eggolsheim wurde der Grundstein gelegt


Pfarrer Andreas Röckelein segnete den Grundstein für das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin.


In einer Gemeinschaftsaktion setzen den Grundstein (von links): Architekt Matthias Jakob vom den Bau betreuenden Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung, Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein, Pfarrer Andreas Röckelein, Landrat Reinhardt Glauber, die Leiterin des Caritas-Alten- und Pflegeheims Schloss Jägersburg, Schwester Juliet, und Bürgermeister Claus Schwarzmann.

Das Caritas-Seniorenzentrum greife die Tradition des Spitals auf, das in Eggolsheim seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert bestanden habe, würdigte Pfarrer Andreas Röckelein im Gottesdienst am Sonntag nach dem Martinstag das gegenwärtige Bauvorhaben des Diözesan-Caritasverbandes. Das neue Haus, das wie schon die Kirche und andere kirchliche Einrichtungen des Ortes den Namen des heiligen Martin tragen werde, verwirkliche dessen Vorbild an Güte, Liebe, Barmherzigkeit und Zuwendung. Nach dem Gottesdienst segnete Pfarrer Röckelein an der Baustelle den Grundstein für das Seniorenzentrum.

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein betonte bei der Grundsteinlegung, dass der Neubau notwendig geworden sei, da sich das Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg für eine zeitgemäße Pflege nicht mehr eigne und ein Umbau der historischen Gebäude in Abstimmung mit dem Denkmalschutz nicht möglich sei. Er dankte daher dem Fochheimer Landtagsabgeordneten Eduard Nöth, dass er den Freistaat bewegen konnte, sich doch noch an den Baukosten mit 400.000 Euro zu beteiligen. Er bat Nöth, „sich weiter dafür einzusetzen, dass die staatliche Förderung von Altenheimen auch für die Zukunft erhalten bleibt.“ Öhlein dankte auch dem Bezirkstagsvizepräsidenten Hans Kotschenreuther, auf dessen Vermittlung die Oberfrankenstiftung ebenfalls 400.000 Euro zur Verfügung stellt. Landrat Reinhardt Glauber überreichte sogar höchstpersönlich einen Scheck über 259.000 Euro als erste Rate einer Gesamtförderung von 777.000 Euro durch den Landkreis. Weitere Zuschussgeber sind der Markt Eggolsheim mit 415.000 Euro und das Deutsche Hilfswerk mit 500.000 Euro. Das Gros der Kosten von insgesamt 7,1 Millionen Euro muss der Diözesan-Caritasverband freilich selbst aufbringen.

Das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin wird nach dem Hausgemeinschaftsmodell gestaltet. Dabei leben jeweils zwölf Hausbewohner in einer Hausgemeinschaft und verbringen die meiste Zeit des Tages in einem großen Gemeinschaftsraum. Dort wird auch zusammen gekocht und gegessen. Die Bewohner können sich, soweit sie dazu in der Lage sind und es wünschen, an den alltäglichen Verrichtungen aktiv beteiligen. Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein verwies auf die „sehr positiven Erfahrungen“, die der Diözesan-Caritasverband mit diesem Konzept bereits in seinen neu errichteten Seniorenzentren in Bamberg-Gaustadt und Hollfeld gemacht habe.

Das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin soll einmal 60 Bewohner in fünf Hausgemeinschaften aufnehmen. Zwei Wohngruppen werden als beschützende Bereiche für Demenzpatienten gestaltet. Kurzzeitpflegeplätze werden in die Wohngruppen eingestreut. Eine Tagespflegestation soll zehn Tagesgäste betreuen, die nur tagsüber Pflege und Begleitung benötigen. Außerdem entstehen eine Schwesternklausur für zehn Ordensfrauen und eine Priesterwohnung. Im Eingangsbereich ist neben Verwaltung, Foyer und Cafeteria eine Kapelle vorgesehen.

Öhlein sprach die Hoffnung aus, dass man am Martinstag 2007 die Einweihung des Caritas-Seniorenzentrums in Eggolsheim feiern könne.