14. November 2006

Feier im Caritas-Altenpflegeheim St. Martin in Bayreuth

Seit 40 Jahren sind Schwestern der Kongregation Sisters of Mary Immaculate im Erzbistum Bamberg


Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein (stehend) überreichte der Delegationsoberin der Sisters of Mary Immaculate, Schwester Francine, eine Spende für die Arbeit des Ordens in Indien. Sitzend von rechts: Bayreuths 3. Bürgermeister Bernd Mayer, der ehemalige Diözesan-Caritasdirektor Prälat Walter Schirmer, Bayreuths Regionaldekan Dr. Josef Zerndl und Pfarrer Leo Seewald.

Den indischen Schwestern zu danken, dass sie fern der Heimat seit 40 Jahren „helfen wie St. Martin“ – wie es der Bayreuther Regionaldekan Dr. Josef Zerndl ausdrückte –, gab den Anlass für eine Feier am gestrigen Montag im Caritas-Altenpflegeheim St. Martin in Bayreuth. Im September waren es genau vier Jahrzehnte her, seit die ersten sechs Ordensfrauen der Kongregation Sisters of Mary Immaculate in die Erzdiözese Bamberg kamen.

„Der Mantel für die Bedürftigen sind wir selber.“ Mit diesen Worten schlug der frühere Diözesan-Caritasdirektor Prälat Walter Schirmer den Bogen vom Wirken der Caritas sowohl zum heiligen Martin als auch zum Motto des Bistumsjubiläums „Unterm Sternenmantel.“ Er zitierte bei seiner Predigt im Festgottesdienst ferner den Bistumspatron St. Otto mit dem Wahlspruch „Die Armen sind mein Christus.“

Das Wirken für Menschen, die der Hilfe bedürfen, stellte auch Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein in den Mittelpunkt seiner Dankesrede. Die derzeit 18 Sisters of Mary Immaculate stellten in den Caritas-Alten- und Pflegeheimen in Bayreuth und Burgkunstadt die Pflege sicher. Mit ihrem Humor und ihrem Lachen „schaffen sie eine fröhliche Atmosphäre“. Aber auch in den letzten Stunden ständen sie den Heimbewohnern und deren Angehörigen bei in der Hoffnung auf die Auferstehung und ein Wiedersehen im Himmel.

Schwester Teresilla, der Leiterin des Caritas-Altenpflegeheim St. Martin, überreichte Öhlein eine Dankurkunde. Für Schwester Francine, der eigens aus dem italienischen Udine angereisten Delegationsoberin, hatte er einen Scheck dabei, der die Arbeit des Ordens in Indien unterstützen soll. Seinem Vorvorgänger Walter Schirmer dankte Öhlein für das Engagement, mit dem er die indischen Schwestern nach Deutschland geholt habe.

Auch Bayreuths 3. Bürgermeister, Bernd Mayer, würdigte die Anwesenheit der Schwestern – anfangs eine „Sensation“ – als „40-jährige Segensgeschichte“. In der Stadt habe sich viel verändert, aber „der Geist dieses Hauses“ sei geblieben.

Prälat Walter Schirmer – den Schwester Francine als „unseren Schutzengel und Bodyguard“ bezeichnete – warf einen Blick zurück auf die Anfänge. In den 1960er und 1970er Jahren habe Vollbeschäftigung geherrscht und Pflegepersonal habe man nur schwer bekommen. Andererseits seien die Wohlfahrtsverbände durch das damals neue Sozialhilfegesetz und dank hoher Steuereinnahmen in der Lage gewesen, neue Altenheime zu errichten. Dazu habe auch das Caritas-Altenpflegeheim St. Martin gehört, dessen Bau 1966 begonnen und 1968 eingeweiht wurde.

Auf dem 2. Vatikanischen Konzil sei er damalige Bamberger Erzbischof Dr. Josef Schneider mit Bischof Louis La Ravoire Morrow, dem Gründer der Sisters of Mary Immaculate in Kontakt gekommen und dieser habe dank der vielen Berufungen Schwestern nach Deutschland zu schicken angeboten. Er, Schirmer, habe diese Idee weiterverfolgt, und im Pfarrhaus von Bayreuth sei schließlich der Gestellungsvertrag für die Schwestern ausformuliert worden.

Als die ersten Schwestern 1966 am Nürnberger Flughafen landeten, sei das Altenheim in Bayreuth aber noch längst nicht fertig gewesen. Daher lebten sie zunächst bei den Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen, die ihnen auch Deutsch beibrachten. Danach absolvierten sie in München eine einjährige Ausbildung in Altenpflege. Erst nach einer weiteren Zwischenstation in Caritas-Atenheim in Forchheim konnten sie das Bayreuther Alten- und Pflegeheim beziehen. Die sechs Pionierinnen der Kongregation sind, wie Gerhard Öhlein bemerkte, inzwischen alle nach Indien zurückgekehrt, auch Schwester Gloria, die 38 Jahre in Deutschland geblieben war.