9. November 2006

Caritas und Joseph-Stiftung präsentieren Wohnmodell

„In der Heimat leben – ein Leben lang“ auf der Messe ConSozial


Auch an seinem Stand bei der ConSozial stellte der Diözesan-Caritasverband zusammen mit der Joseph-Stiftung das Projekt "In der Heimat leben - ein Leben lang" vor.

Unter der Überschrift „In der Heimat leben – ein Leben lang“ haben der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg und das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung am gestrigen Nachmittag auf der Sozialwirtschaftsmesse ConSozial in Nürnberg erstmals ein neues Modell für alternative Wohnformen einer breiteren Fachöffentlichkeit vorgestellt. Das Modell will pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, bis zu ihrem Lebensende in ihrem gewohnten Wohnumfeld zu bleiben.

Ansatzpunkt des Modellprojekts ist es, für Menschen, die Betreuung und Pflege benötigen, passende Wohnformen in ihrem Stadtviertel oder ihrer Ortschaft zu schaffen. Dazu will die Joseph-Stiftung im jeweiligen Quartier Wohnanlagen errichten oder vorhandene Gebäude umbauen. Anders als bei bisher üblichen Formen betreuten Wohnens sollen die Bewohner nur die ortsübliche Miete, aber keine Betreuungspauschale entrichten. Pflegerische Leistungen werden nur dann bezahlt, wenn sie in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus will die Joseph-Stiftung auch Bürger beraten, wie sie ihre eigene Wohnung pflegegerecht umgestalten können.

Um die Unterstützung pflegebedürftiger Menschen im Wohnviertel sicherzustellen, soll die zuständige Caritas-Sozialstation einen Stützpunkt in der Wohnanlage erhalten. Die Joseph-Stiftung wird ihr Notrufsystem „SOPHIA“ zur Verfügung stellen. Im Wohnviertel bereits vorhandene Unterstützungsangebote – etwa ehrenamtliche Besuchsdienste – werden einbezogen und miteinander vernetzt. Diese Koordinationsaufgabe soll die Allgemeine Soziale Beratung der Caritas leisten, sofern dies nicht die Pfarrei übernimmt. Generell soll es eine enge Kooperation mit der Pfarrei und mit der Kommune geben. Die Wohnanlage wird ferner einen Gemeinschaftsraum bieten, den Bewohner und Nachbarn für Treffen und einen Mittagstisch nutzen können.

Die Unterstützungsleistungen der Caritas-Sozialstationen sollen – anders als in Bayern bisher üblich – nicht nur mit den Pflegekassen abgerechnet werden. Das Modell will Bestimmungen des Sozialgesetzbuches nutzen, dass Pflegebedürftige bei Kosten für Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen wie Körperpflege, Ernährung und Hauswirtschaft Anspruch auf Unterstützung durch die Kommune haben.

Geplante Modellstandorte für „In der Heimat wohnen – ein Leben lang“ sind Bamberg-Gaustadt, Hollfeld, Forchheim, Neunkirchen am Brand, Hallerndorf, Erlangen und Nürnberg. Zielgruppen für das Modell sind neben Senioren auch behinderte Menschen und Familien mit behinderten Kindern.