6. November 2006

Zeitzeugin Ester Golan in der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik zu Gast

Anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht am 9.11.1938 ist es den Verantwortlichen der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik – in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Burg Feuerstein – gelungen, die Zeitzeugin Ester Golan aus Jerusalem/Israel einzuladen.

Sie wird  am 9. 11. 2006 um 10.30 Uhr in der Fachakademie am Jakobsberg 31 in Bamberg über ihre Kindheit im nationalsozialistischen Deutschland, über ihre Flucht und ihr Leben nach dem Holocaust erzählen. Anschließend steht sie den 120 Studierenden und Lehrkräften der Fachakademie  für ein Gespräch zur Verfügung.

Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Burg Feuerstein/ Ebermannstadt organisiert wird, endet gegen 12.30 Uhr und ist nicht öffentlich.

Frau Ester Golan verbrachte ihre Kindheit zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern in Berlin. 1939 gelang es Ester Golan, sich mit einem sog. "Kindertransport" vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach England in Sicherheit zu bringen. Die Trennung von ihren Eltern überbrückte sie mit einem intensiven Briefwechsel, der schließlich mit der Ermordung des Vaters in Theresienstadt und der Mutter in Auschwitz ganz versiegte. Die Briefe ihrer Eltern hat sie in einem 1995 erschienenen Buch „Wiedersehen in unserem Land“ (vergriffen) veröffentlicht.

In Vorbereitung auf Vortrag und Gespräch mit Ester Golan werden sich die Studierenden ab 8.00 Uhr in workshops u.a. mit den Inhalten des Briefwechsels beschäftigen.

Nicht zuletzt angesichts aktueller faschistischer, antisemitischer Übergriffe Jugendlicher in Deutschland, will die Fachakademie mit dieser Veranstaltung die angehenden Erzieherinnen und Erzieher  informieren, aufklären und zur Auseinandersetzung anregen.