30. Mai 2006

Diözesan-Caritasverband beginnt mit dem lang ersehnten Bau des Caritas-Seniorenzentrums St. Martin in Eggolsheim


Kinder aus dem Kindergarten St. Martin zeigten Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein und stellvertretendem Landrat Gregor Schmitt (hinten von links), vor allem aber den Handwerkern, "wie man es macht, damit ihr schnell den Hausbau schafft".

„Endlich ist es heut’ soweit, worauf viele schon warten die ganze Zeit,“ lautete der Beginn eines Gedichts, das ein Kind aus dem Kindergarten St. Martin vortrug. Das lang ersehnte Ereignis war der Spatenstich für das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin in Eggolsheim. Am gestrigen Montag konnte er nun vollzogen werden, und entsprechend groß war das Interesse in der Bevölkerung der Marktgemeinde.

Den ein Jahrzehnt währenden Weg zum Baubeginn rekapitulierte Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein in seiner Ansprache: Bereits 1996 habe der Diözesan-Caritasverband erste Überlegungen zu einer heutigen pflegerischen Ansprüchen genügenden Modernisierung seines Caritas-Alten- und Pflegeheims Schloss Jägersburg angestellt. Doch die Denkmalpflege habe bauliche Veränderungen des historischen Gebäudes nicht gestattet, so dass 2001 dem Projekt das Aus gedroht habe. Im darauffolgenden Jahr sei jedoch die Gemeinde Eggolsheim auf den Diözesan-Caritasverband zugekommen und habe ihm ein Grundstück für einen Neubau angeboten. So wird nun neben dem Kindergarten St. Martin das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin als Ersatz für das Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg entstehen. Als ehrgeiziges Ziel hat sich der Bauherr die Einweihung am Martinstag 2007 gesetzt.

Trotz des strömenden Regens bezeichnete daher Eggolsheims Bürgermeister Claus Schwarzmann den Tag des Spatenstichs als „sonnigen Tag“, und auch stellvertretender Landrat Gregor Schmitt betonte die Notwendigkeit des Bauprojekts. Selbst Weihbischof Werner Radspieler war gekommen und segnete alle, die am Neubau mitwirken.

Das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin wird nach dem – vom Diözesan-Caritasverband bereits in Bamberg-Gaustadt und Hollfeld erprobten – Hausgemeinschaftsmodell gestaltet. Bei diesem Konzept leben die Bewohnerinnen und Bewohner in überschaubaren Gemeinschaften von jeweils zwölf Personen. Sie wohnen zumeist in Einzelzimmern, die jeweils über Dusche und WC verfügen. In der Regel teilen sich zwei Zimmer ein Bad. Pro Hausgemeinschaft gibt es ein Doppelzimmer, z.B. für Ehepaare. Die Appartements einer Hausgemeinschaft gruppieren sich um einen Wohnbereich für gemeinsame Aktivitäten. Zu diesem Bereich gehört auch eine Wohnküche, denn die Mahlzeiten werden in der Hausgemeinschaft zubereitet. Wer von den Bewohnern dies möchte, kann sich daran beteiligen. Auch andere alltägliche Verrichtungen dürfen die Bewohner selbst ausführen, sofern sie dazu in der Lage sind und dies wünschen. Die Erfordernisse der Pflege ordnen sich den Bedürfnissen der Hausbewohner unter. Eine Präsenz-Mitarbeiterin ist als Bezugsperson tagsüber in der Hausgemeinschaft anwesend. Sie begleitet und unterstützt die Bewohner bei ihren Tätigkeiten. Sie ist für die Essenszubereitung und die Wäsche sowie für pflegerische Hilfen zuständig; sie wird unterstützt von Pflegefachkräften. Dieses Konzept soll den Bewohnern ermöglichen, den Alltag, den sie von zu Hause gewohnt sind, weitgehend fortzuführen.

Im Caritas-Seniorenzentrum St. Martin sind fünf solcher Hausgemeinschaften mit insgesamt 60 Wohn-Pflegeplätzen vorgesehen. Für Kurzzeitpflege sind fünf Plätze in die Gruppen eingestreut. Zwei der Hausgemeinschaften werden als beschützende Abteilung für an Demenz erkrankte Bewohner gestaltet.

Im Erdgeschoss des zweigeschossigen Hauses wird zudem eine Tagespflegestation eingerichtet. Sie bietet zehn Plätze für ältere Menschen, die nur tagsüber Unterstützung und Betreuung benötigen.

Das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin wird auch, wie Matthias Jakob vom den Bau betreuenden Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung betonte, einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Es wird an das Bioheizwerk der Gemeinde Eggolsheim angeschlossen und soll bei der Wärmedämmung die vorgeschriebenen Werte um 50 % übertreffen.

Für die Baukosten sind 7,1 Millionen Euro veranschlagt. An Förderung haben der Markt Eggolsheim 415.000 Euro, der Landkreis Forchheim 777.000 Euro, der Freistaat Bayern 405.300 Euro und das Deutsche Hilfswerk 500.000 Euro zugesagt. Außerdem wird die Erzdiözese Bamberg einen Zuschuss gewähren.

Bis zur Fertigstellung des Caritas-Seniorenzentrums St. Martin führt das Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg seinen Betrieb in gewohnter Weise in vollem Umfang weiter. Bewohner und Mitarbeiter werden dann in das neue Haus in Eggolsheim umziehen. Daher nimmt das das Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg weiterhin neue Bewohner auf. Anfragen nimmt dessen Leiterin, Schwester Juliet, entgegen unter der Adresse: Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg, Fürstenweg 1, 91330 Eggolsheim-Bammersdorf, Tel. (09191) 2334, Fax (09191) 2334, E-Mail: ah.jaegersburg@caritas-bamberg.de.