27. Mai 2006

Für Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen

Selbsthilfebüro Neustadt/Aisch will Selbsthilfegruppe gründen


Engagieren sich für Schädel-Hirn-Verletzte: Helmut Kühl (Gesundheitsamt), Gudrun Hobrecht (Caritasverband), Ulrich Wittenbeck (Rummelsberger Fachberatungsstelle für Schädel-Hirn-Verletzungen), Anna Rossmann (Integrationszentrum für Aphasiker e.V. Mittelfranken).

Mit der Gründung einer Selbsthilfegruppe für jüngere Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen will das Selbsthilfebüro in Neustadt/Aisch eine Lücke im breiten Angebotsspektrum der 26 Selbsthilfegruppen im Landkreis schließen. Eine Selbsthilfegruppe für Aphasiker existiert bereits in Bad Windsheim, jedoch treffen sich hier vor allem ältere Menschen.

„Die Nachfrage ist vorhanden, doch bisher hat sich keine Selbsthilfegruppe aus eigener Kraft im Bereich Schädel-Hirn-Verletzung zusammengefunden“, berichtet Gudrun Hobrecht vom Kreis-Caritasverband, die zusammen mit Helmut Kühl vom Gesundheitsamt das Selbsthilfeunterstützungsangebot leitet. Das soll sich nun ändern. Zusammen mit Ulrich Wittenbeck von der Beratungsstelle für Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen der Rummelsberger Dienste in Ansbach und Anna Rossmann vom Integrationszentrum für Aphasiker e.V. Mittelfranken mit Sitz in der Rehaklinik in Herzogenaurach setzt sich das Selbsthilfebüro für die Gründung einer Selbsthilfegruppe ein. Das vierköpfige Team steht in der Anfangszeit mit fachlichen und organisatorischen Tipps zur Seite.

An Gudrun Hobrecht und Helmut Kühl können sich alle Interessierten wenden. Angefangen von der Gründung der Gruppe über finanzielle Fragen bis hin zur Vermittlung von Räumen und Referenten stehen die beiden mit kompetenter Beratung zur Seite.

Fachliche Unterstützung gibt es von Ulrich Wittenbeck und Anna Rossmann. „Schädel-Hirn-Verletzungen sind größtenteils mit erheblichen Folgeschäden verbunden und es bedarf daher grundlegender Kenntnisse notwendiger rehabilitativer Maßnahmen, zu denen auch das Treffen in Selbsthilfegruppen gehört“, erläuert Wittenbeck. Auch Anna Rossmann hält die Gründung der Selbsthilfegruppe für unbedingt erforderlich. Sie betreut bereits 9 Selbsthilfegruppen für Aphasiker in Mittelfranken. Aphasie bezeichnet ein Krankheitsbild, das unter anderem durch Schädel-Hirn Verletzungen entstehen kann. Es besteht in einer Sprachstörung, die sich sowohl auf das Verstehen als auch auf die sprachliche Äußerung bezieht. Aphasiker sind jedoch keineswegs in ihrer Intelligenz oder geistigen Fähigkeit gestört.

Das Angebot richtet sich vor allem an jüngere Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen. Sie befinden sich in der Regel in einer anderen Problem- und Interessenslage als ältere Menschen. Bei ihnen ist meist die zentrale Frage, wie es mit ihrer beruflichen Zukunft weitergehen soll.  Oft sind auch die sozialen Beziehungen erheblich belastet und vieles an Aufgaben und Unterstützung  konzentriert sich auf die Familie.

Ulrich Wittenbeck wird einmal im Monat in den Räumen des Caritasverbandes in Neustadt eine Außensprechstunde anbieten. Am Montag, den 12. Juni, findet die erste Sprechstunde von 13.30 Uhr bis 16.00 Uhr statt. Geplant ist ein regelmäßiger Termin für die Sprechstunde am vierten Montag im Monat. Sobald sich genügend Interessenten im Selbsthilfebüro gemeldet haben, wird das erste Treffen der Selbsthilfegruppe bekannt gegeben.

Wer an der Gründung einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen interessiert ist, kann sich an wenden an den Caritasverband Scheinfeld und Landkreis Neustadt/Aisch – Bad Windsheim e.V., Ansprechpartnerin: Gudrun Hobrecht, Ansbacher Straße 6, 91413 Neustadt/Aisch, Tel.: 09161/88890, Fax: 09161/888920, E-Mail: info@caritas-nea.de, Homepage: www.caritas-nea.de.

Das seit 2003 existierende Selbsthilfebüro in Neustadt tragen der Caritasverband Scheinfeld und Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim e.V. und das Landratsamt Neustadt/Aisch - Bad Windsheim, Abteilung Gesundheitsamt.