8. Mai 2006

Flexibel nutzbar, ökologisch nachhaltig und architektonisch vorbildlich

Diözesan-Caritasverband weihte umgebaute Caritas-Familienferienstätte St. Heinrich und Kunigunde in Hundham/Oberbayern neu ein


Der Bamberger Weihbischof Werner Radspieler (Mitte) segnete die neu gestalteten Ferienhäuser der Caritas-Familienferienstätte St. Heinrich und Kunigunde.


Architekt Jochen Friker (rechts) vom Architekturbüro Frank & Friker übergab symbolisch den Schlüssel zu der neu gestalteten Anlage an die Leiterin der Caritas-Familienferienstätte, Heidemarie Sachs, und Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein.

Der hohe Stellenwert, den die Förderung der Familie im Diözesan-Caritasverband genießt, gab den Ausschlag, dessen Caritas-Familienferienstätte St. Heinrich und Kunigunde im oberbayerischen Hundham umgreifend neu zu gestalten. Das betonten bei der Neueinweihung der Ferienstätte an diesem Wochenende sowohl Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein als auch sein Vorgänger Bernhard Simon.

Ziel des Umbaus sei es gewesen, die Ferienhäuser flexibler nutzen zu können, sagte Öhlein. Dazu wurden die Häuser, die bis zu elf Personen aufnehmen konnten, in mehrere Wohnungen unterteilt. In fünf der insgesamt neun Häuser wurden je drei Wohneinheiten untergebracht. Dabei finden in einer großen Wohnung im Erdgeschoss bis zu sechs Personen Platz. Ein Ein-Raum-Appartement ist für zwei Personen ausgelegt. Die große Wohnung im Obergeschoss können sechs bis acht Personen nutzen. Jede Wohnung hat einen separaten Eingang. Über eine so genannte „Schaltdiele“ im Erdgeschoss lassen sich die Wohnungen beliebig miteinander zu größeren Einheiten kombinieren. Dadurch kann die Caritas-Familienferienstätte in der Nähe von Miesbach sowohl kleine als auch weiterhin kinderreiche Familien aufnehmen.

In einem Haus, das über zwei Wohnungen verfügt, wurde eine Sauna eingebaut. Das Gemeinschaftshaus wurde ebenfalls umgestaltet. Es bietet nun unter anderem einen Tagungsraum für 50 Personen, einen abteilbaren Frühstücksraum, teils als Cafeteria mit Küche gestaltet, einen Allzweckraum und einen Internet-Raum. Zusätzliche Freizeitaktivitäten ermöglicht den Kindern ein neu errichtetes beheizbares Spielhaus.

Den Familien, die in der Caritas-Familienferienstätte St. Heinrich und Kunigunde ihren Urlaub verbringen, wünschte Weihbischof Werner Radspieler, der die erneuerten Gebäude segnete, die „innere Freiheit, zu tun, was ihnen gut tut,“ und zweckfrei die Erholung zu genießen. In seiner Predigt legte er den siebten Tag der Schöpfungsgeschichte aus. Gott habe seine Schöpfung vollendet, indem er ruhte. Durch die Liebe zu dem, was er geschaffen habe, habe er sein Werk vollendet. „Auch die Menschen vollenden ihre Arbeit, indem sie ausruhen und nicht schon wieder etwas Neues tun“, sagte Radspieler.

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein dankte in seiner Begrüßung dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, dass es den Umbau mit 1,074 Millionen Euro bezuschusst hat. Dadurch erhielt die Baumaßnahme außerdem einen Bundeszuschuss in gleicher Höhe. Da drei Häuser behindertengerecht gestaltet wurden, gewährte die Aktion Mensch eine Förderung in Höhe von 24.000 Euro. Ein Drittel der gesamten Baukosten von 3,463 Millionen Euro trägt der Diözesan-Caritasverband aus Eigenmitteln.

Ohne gemeinnützige Familienferienstätten könnten sich viele finanziell nicht so gut gestellte Familien gar keinen Urlaub leisten, begründete Ministerialrätin Gisela Deuerlein-Bär in ihrem Grußwort die Förderung durch den Staat. Gerade die bewusste „Fokussierung auf den Familienzusammenhalt“ sei im gewerblichen Sektor so nicht zu finden, betonte sie und dankte dem Diözesan-Caritasverband für sein „eindrucksvolles Engagement“.

In einem Rückblick auf die Entwicklung der Caritas-Familienferienstätte St. Heinrich und Kunigunde, die Ende der 1950er Jahre mit zunächst drei Ferienhäusern eröffnet wurde, wies der ehemalige Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon darauf hin, dass der Diözesan-Caritasverband eine erste Anfrage für einen Umbau bereits 1996 an das bayerische Sozialministerium richtete. Als die Maßnahme wegen Finanzknappheit zurückgestellt wurde, sanierte der Diözesan-Caritasverband schon einmal die drei Häuser am Wiesenweg auf eigene Kosten.

Für das Architektenbüro Frank & Friker, das den Umbau geplant hat, unterstrich Jochen Friker die ökologische Nachhaltigkeit der sanierten Anlage. In das Gemeinschaftshaus wurde eine Hackschnitzelheizung eingebaut, die alle Gebäude am Rathausweg beheizt. Stolz zeigte sich Friker auch darauf, dass die geplante Bauzeit um vier Monate unterschritten und die Baumaßnahme bereits vor Weihnachten abgeschlossen wurde. Außerdem hat die bayerische Architektenkammer die sanierte Caritas-Familienferienstätte St. Heinrich und Kunigunde „aufgrund ihres hohen bauliche Niveaus“ für die diesjährigen „Architektouren“ ausgewählt. In deren Rahmen finden am 24. und 25. Juni Besichtigungen der Anlage statt.