13. März 2006

„Viele Familien brauchen Hilfe“

Weihbischof Radspieler eröffnete Caritas-Frühjahrssammlung


"Jesu Güte ist so wunderbar" sangen Mütter mit ihren kleinen Kindern im Gottesdienst mit Weihbischof Werner Radspieler.


Auf das Bild mit dem großen roten Herz in der Mitte ging Weihbischof Werner Radspieler in seiner Predigt ein. Dieses und noch 25 weitere Bilder aus Kindertagesstätten des Landkreises Forchheim sind die nächsten zwei Wochen in der Kirche Verklärung Christi in Forchheim zu besichtigen.

„Meine Brüder sind manchmal nervig“ und „Meine Familie ist die beste“ - zwei Sätze, die die Wirklichkeit und Bedeutung von Familie gut wiedergeben. Es waren zwei Kernsätze aus einem selbstverfassten Gedicht, das die zehnjährige Stefanie zu Beginn des Gottesdienstes vortrug, der am gestrigen Sonntag die Caritas-Frühjahrssammlung im Erzbistum Bamberg eröffnete. „Familie in guter Gesellschaft“ steht als Thema im Mittelpunkt dieser Sammlung.

Daher sind in der Kirche Verklärung Christi in Forchheim, in der der Auftaktgottesdienst gefeiert wurde, noch für zwei Wochen 26 Bilder zu sehen, die Kinder aus dem Landkreis Forchheim in ihren Kindertagesstätten gemeinsam gemalt hatten. Die Liebe in der Familie werde in vielen Bildern herausgestellt, eröffnete Weihbischof Werner Radspieler seine Predigt mit Bezug auf diese Ausstellung, besonders in einem Bild, dessen Zentrum ein großes rotes Herz schmückt.

Zugleich mahnte Radspieler aber auch: „Wir machen uns Sorgen um die Familie.“ Familien mit mehreren Kindern seien strukturell benachteiligt. Die Gesellschaft profitiere von der Erziehungsleistung der Familien stärker als sie die Familien finanziell fördere. Bei der Wohnungssuche würden Kinderlose oft vorgezogen. Durch die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt litten Familien unter der Arbeitslosigkeit der Eltern oder gerieten in Überschuldung – „da kann es bitter werden.“ Mehrere Kinder zu haben, sei für viele Eltern ein Armutsrisiko.

Deshalb, so betonte der Weihbischof, wolle die Caritas in der Erzdiözese Anwalt der Familien sein: „Wir reden mit, wir reden hinein in die Politik.“ Gleichzeitig unterstütze die Caritas Familien direkt vor Ort. Mit diesen Leistungen warb Radspieler um Spenden bei der Caritas-Sammlung: „Wir brauchen Geld für Kleiderkammern, Lebensmittelausgaben, die Allgemeine Soziale Beratung, für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren.“ Darüber hinaus rief er die Pfarreien auf, Anlaufstellen für Familien zu sein, die mit Problemen zu kämpfen haben: „Die Familien brauchen Hilfe – in Form von Menschen.“

Die Hauslistensammlung der Caritas, bei der ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Tür zu Tür gehen, dauert noch bis 19. März. Zusätzlich erfolgt in größeren Orten eine Straßensammlung, z.B. in Fußgängerzonen, vom 17. bis 19. März.

Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung vor allem jener Angebote, die stark auf Eigenmittel der Caritas angewiesen sind.