6. März 2006

Lob aus München

Arbeitslosenprojekt der Forchheimer Caritas ausgezeichnet

Bei einem Festakt in der Münchner katholischen LIGA BANK ist das Projekt „Koordinierungsstelle (KOS) Forchheim“ der Caritas mit einer Urkunde für die Teilnahme an einem Wettbewerb ausgezeichnet worden, den der Landes-Caritasverband Bayern und die LIGA BANK zum Caritas-Jahresthema „Arbeitslos: Chancen statt Vorurteile“ ausgelobt hatten, um innovative Projekte für arbeitslose Menschen bekannt zu machen und zu fördern. Ziel der Koordinierungsstelle ist es, Arbeitslosengeld II- Empfängern bei ihrem Weg in, während und nach Abschluss ihres Zusatzjobs zu begleiten. Eine Integration in den Ersten Arbeitsmarkt ist handlungsleitend. KOS gewährleistet ein würdiges Bewerbungsverfahren und unterstützt die Zusatzjobber bei besonderen Hilfebedarfen wie Kinderbetreuung und Schuldnerberatung. Sie vertritt die Interessen der arbeitslosen Menschen gegenüber der Arbeitsgemeinschaft (ARGE), vermittelt sie in kirchliche Zusatzjobs und bietet auch die Unterstützung nach dem Ende des Zusatzjobs an.    

In seiner Laudatio hob Landes-Caritasdirektor Prälat Karl-Heinz Zerrle die Notwendigkeit solcher Koordinierungsstellen besonders hervor: „Man darf die betroffenen Menschen nicht alleine lassen. Es ist nicht damit getan, dass man sie in einen Zusatzjob vermittelt. Viele brauchen darüber hinaus persönliche Begleitung und Stützung. Das macht die Forchheimer Caritas in vorbildlicher Weise. Gut gefallen hat uns auch der Einbezug der Pfarrgemeinden und kirchlichen Einrichtungen. Denn die Kirche hat eine besondere Verantwortung für arbeitslose Menschen.“

Diakon Michael Popfinger, der Direktor der Münchner LIGA BANK, sagte bei der Preisverleihung, Arbeit sei ein Grundrecht und ein Gut für jeden Menschen. Wer länger ohne Arbeit sei, der verliere nicht nur Einkommen, sondern gerate in Gefahr, seine Selbstachtung und seine sozialen Kontakte zu verlieren. Die Wirtschaft und das Kapital müssten dem Menschen dienen. Hinter der Arbeitslosenstatistik stünden keine bloßen Zahlen, sondern Menschen mit ihren Sorgen und Nöten. 

Monika Wechsler-Burg von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit wandte sich gegen jede Diskriminierung von arbeitslosen Menschen. Dass sie nicht einfach faul oder selbst schuld seien, beweise schon ein Blick in die Statistik. Im Februar 2006 seien in Bayern rund 550.000 Menschen arbeitslos gemeldet gewesen. Ihnen stünden lediglich 57.400 gemeldete offene Stellen gegenüber. Die Bundesagentur für Arbeit schätze die Kreativität und Innovation, mit der die Caritas in Bayern versuche, die Situation der arbeitslosen Menschen durch eine Vielfalt und Vielzahl von Projekten zu verbessern.