26. Juli 2006

Damit Pflege nach neuesten Erkenntnissen geschieht

Diözesan-Caritasverband Bamberg bietet spezielle Fortbildung an – Der erste Kurs erhält jetzt seine Zertifikate

Dass pflegebedürftige Menschen nach den neuesten Erkenntnissen gepflegt werden, ist das Ziel einer Fortbildung, die der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg und der Landes-Caritasverband Bayern gemeinsam durchführen. Ein erster Kurs endet am Freitag dieser Woche mit einem Abschlusstag im Montanahaus in Bamberg. Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein wird dabei den 14 Teilnehmerinnen ihre Zertifikate überreichen.

Die Fortbildung trägt den Titel „Nationale Expertenstandards und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Pflegepraxis einführen“. Die Kurse setzen sich aus neun Seminartagen zusammen, die sich über zehn Monate verteilen. Charakteristisch für die Fortbildung ist, dass sie nicht nur Theorie bietet, sondern auch praktische Einheiten in den Pflegeeinrichtungen umfasst. So wählten die 14 Teilnehmerinnen des ersten Kurses für ihren Praxisteil den nationalen Expertenstandard Sturzprophylaxe. Dabei geht es um wirksame Maßnahmen, um Stürze von pflegebedürftigen Menschen im Altenheim oder zu Hause zu vermeiden oder die Folgeschäden von Stürzen möglichst gering zu halten. Die Referentin Eva Linke – sie ist Krankenschwester und Fachkraft für Qualitätsmanagement und führt freiberuflich Fortbildungen durch – besucht die Kursteilnehmer zudem an ihrem Arbeitsplatz und bietet eine telefonische Beratung an. Dadurch erhoffen sich die Veranstalter einen stärkeren Effekt der Fortbildung. „Es ist uns wichtig, die Kursteilnehmer mit möglichen Problemen nicht allein zu lassen,“ betont Birgit Deinlein, Referentin in der Abteilung Gesundheits-, Alten-  und Eingliederungshilfe des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg. Denn die Kursteilnehmer sollen auch die Fähigkeit erwerben, weitere Innovationen in ihren Pflegeeinrichtungen einzuführen. Das Ziel der Fortbildung reicht also über die persönliche Qualifizierung der einzelnen Mitarbeiter hinaus, wie Birgit Deinlein unterstreicht: „Dieses Bildungsangebot ist ein wichtiger Schritt, die Qualität der Pflege zu sichern und unsere Pflegeeinrichtungen weiterzuentwickeln.“

Die Fortbildung richtet sich an alle Pflegenden mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung. Der Diözesan-Caritasverband Bamberg führt insgesamt vier Kurse durch. Der zweite Kurs endet im Dezember; die beiden anderen Kurse starten im September 2006 bzw. im Januar 2007. Die Kursreihe wird zu einem großen Teil von der Europäischen Union über ihren Sozialfonds finanziert. Um die Qualität der Fortbildung auch für die Zukunft sicherzustellen, wird sie von der Katholischen Stiftungsfachhochschule München wissenschaftlich begleitet. Auch die Diözesan-Caritasverbände Regensburg, München und Würzburg bieten diese Fortbildung an.