18. Juli 2006

Ausstellung im Bamberger Caritas-Beratungshaus Geyerswörth thematisiert „Familie und Gefühle“

Jeder Mensch hat Familie. Inwieweit damit Liebe, Geborgenheit und Schutz oder eher Streit und Aggressionen verbunden wird, ist von Mensch zu Mensch, von Situation zu Situation unterschiedlich. Schülerinnen des Städtischen Eichendorff-Gymnasiums in Bamberg haben sich mit der Thematik „Familie und Gefühle“ ein halbes Jahr lang künstlerisch auseinandergesetzt. Die Ergebnisse sind nun in der Ausstellung „Familie – Gefühle“ in der Caritas-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern im Caritas-Beratungshaus Geyerswörth in Bamberg zu sehen.

„Familie ist ein brandaktuelles Thema unserer Zeit – gerade im Hinblick auf die demographische Entwicklung. Sich dem Thema durch künstlerisches Gestalten zu nähern und über Familie nachzudenken, finde ich einen hochinteressanten Ansatz“, sagte Landrat Dr. Günther Denzler am gestrigen Nachmittag bei der Eröffnung der Ausstellung. Zusammen mit Oberbürgermeister Andreas Starke hat er die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen. Über die etwas andere Art der Kooperation von Schule und Jugendhilfe freute sich der Bamberger Schul- und Kulturreferent Bürgermeister Werner Hipelius besonders. „Durch das Kooperationsprojekt wird Sensibilität geschaffen für das Thema Familie, Mut gemacht und auch auf die gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung hingewiesen“, sagte er und unterstrich:  „Bildhafte Eindrücke sind meist nachhaltiger als alle anderen.“

„Bei unserer Arbeit stehen wir schon immer in engem Kontakt mit den Schulen“, betonte Bernhard Poesdorf, Leiter des Caritas-Beratungshauses Geyerswärth. „Ein Novum ist diese Ausstellung.“ Sie setzt direkt bei den Kindern und Jugendlichen an, die gezielt gefördert würden, um eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln. Die Kunst sei dabei ein Mittel der Förderung und der Persönlichkeitsbildung.

„Ich wollte nicht das Klischee der idyllischen Familie mit den Schülerinnen erarbeiten“, beschreibt Christine Weidner, Studienrätin am Städtischen Eichendorff-Gymnasiums, das Ziel des Projektes. „Familie ist der Ort an dem Kommunikation stattfindet, an dem erlernt wird, mit Eindrücken und Gefühlen umzugehen, und auch die Fähigkeit erworben wird, die eigenen Bedürfnisse mit denen von anderen Personen in Einklang zu bringen.“

Gearbeitet wurde ein halbes Jahr mit unterschiedlichsten Farben und Techniken in den Klassen 6 bis 11. So haben sich Schülerinnen in Popart-Portraits à la Andy Warhol mit den Gesichtsausdrücken verschiedener Gefühlszustände auseinandergesetzt: Ein trauriger nach unten gesenkter Kopf mit ausgelaugtem, ermüdetem und leerem Gesichtsausdruck ist zu sehen, darüber ein selbstbewusster, stolzer Blick einer jungen Frau, der nach oben gerichtet ist. In der Reihe darunter lacht einen ein freudestrahlendes Gesicht an mit hoffnungsvoller Mimik. Durch unterschiedliche Farbschattierungen werden die Zustände hervorgehoben.

Das Thema „Ungleiches Paar“ hat die 11. Klasse erarbeitet. Kubistische Kartonplastiken der 10. Klasse geben aus unterschiedlichen Perspektiven Gesichter wieder. Und schließlich: Große Mangafiguren mit starrem Blick in Anlehnung an den japanischen Künstler Takashi Murakami thematisieren den Medieneinfluss auf Kinder und Jugendliche.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung der Ausstellung „Familie – Gefühle“ durch ein fünfköpfiges Flötenensemble der Kreismusikschule.

Die Ausstellung ist bis Ende Dezember im Caritas-Beratungshaus Geyerswörth in der Geyerswörthstraße 2 zu dessen gewöhnlichen Öffnungszeiten zu sehen.