17. Juli 2006

„Der kranke Mensch darf nicht zu kurz kommen“

Erzbischof von Bamberg sprach bei Malteser-Wallfahrt in Altötting

Für ihren Einsatz in der Gesundheitsfürsorge in Deutschland hat den Maltesern der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick gedankt. Für rund 2000 Pilger aus allen bayerischen und vielen österreichischen Diözesen zelebrierte er am 16. Juli 2006 bei der traditionellen Malteser-Wallfahrt in Altötting den Festgottesdienst. Die Malteser hätten sich in besonderer Weise den Auftrag Jesu, die Kranken zu pflegen, sie zu umsorgen und zu heilen, zu eigen gemacht. Besonders dankte Schick den Ehrenamtlichen bei den Maltesern. Sie förderten entscheidend die Menschlichkeit in der Krankenfürsorge.

„Es ist eine wichtige Aufgabe für die Malteser als christlichen Verband, in der gesamten Diskussion im Gesundheitswesen immer wieder auf die Bedürfnisse und Rechte der kranken Menschen hinzuweisen. Der Mensch darf nicht zu kurz kommen und der kranke Mensch schon gar nicht“, rief der Erzbischof den Fachverband der Caritas auch zur Einmischung in gesellschaftliche Debatten auf. „Bei allen Diskussionen um Krankenkassen, Finanzierungsmodelle für das Gesundheitswesen, bei allen berechtigten Forderungen von Ärzten, Schwestern und sonstigem Personal – wo und wann werden die Kranken und deren Angehörige zum Thema gemacht?“, fragte Schick in seiner Predigt. Die Patienten dürften nicht von Politik und Krankenkassen nur als Kostenfaktor betrachtet werden.

Die Malteser-Wallfahrt hat sich über die Jahre hinweg zu einer der größten Wallfahrten für behinderte Menschen in Bayern entwickelt. Eine Besonderheit dieser Wallfahrt ist, dass die „Schwarze Madonna“ ausnahmsweise unter blau-weißem Himmel und nicht in der Kapelle zu bewundern ist. Das Heiligtum wird vor der Gnadenkapelle zur Verehrung dargestellt, um allen einen Blick darauf zu ermöglichen und Blockaden durch die vielen Rollstuhlfahrer zu vermeiden.

Für Senioren, Behinderte und deren Angehörige aus der Erzdiözese Bamberg waren Busse aus Altenkunstadt, Nürnberg, Erlangen, Waischenfeld, Pegnitz und Bamberg nach Altötting eingesetzt.