23. Januar 2006

„Lost Children“ – ein Film über ehemalige Kindersoldaten in Afrika

Seit fast 20 Jahren wird in Norduganda ein Bürgerkrieg mit äußerster Brutalität geführt. Die Rebellengruppe Lord's Resistance Army hat die Entführung von Kindern und ihre Ausbildung von Kindersoldaten als Strategie entwickelt. Man geht davon aus, dass allein in der Diözese Gulu im Laufe der vergangenen Jahre mehr als 12.000 Kinder entführt worden sind. Viele von ihnen werden gezwungen, nahe Verwandte oder andere Kinder umzubringen.

Caritas international, das Auslandshilfswerk der deutschen Caritas, finanziert seit 2002 in Norduganda ein Projekt zur sozialen Wiedereingliederung dieser Kinder. Im Pajule Centre, einem Auffangcamp für Kindersoldaten mitten im Kampfgebiet, geben Mitarbeiter der Caritas Gulu Kindern, die aus den Händen der Milizen befreit wurden, die Chance auf einen Neuanfang. Sie hören ihnen zu, nehmen Anteil und verurteilen sie nicht für das, was sie getan haben. Aber auch die Familien und Dorfgemeinschaften müssen darauf vorbereitet werden, die Rückkehr der ehemaligen Kindersoldaten zu akzeptieren. Die Caritas begleitet die Kinder, bis sie wieder in ihrer Gemeinschaft aufgenommen werden. Die Filmemacher Ali Samadi Ahadi und Oliver Stoltz haben diese Arbeit bei Dreharbeiten  im September 2003 sowie im Januar und Mai 2004 dokumentiert. Sie begleiteten vier ehemalige Kindersoldaten zwischen 8 und 14 Jahren auf dem schwierigen Weg zurück in ein „normales“ Leben. Daraus entstand der Film „Lost Children. Kann man von Frieden träumen, wenn man nur Krieg kennt?“


In unserer Region finden drei Vorführungen von „Lost Children“ statt,
bei denen der Regisseur Ali Samadi Ahadi anwesend ist:

Mehr Infos zum Film „Lost Children“ unter
www.lost-children.de
www.caritas-international.de/10498.html

Eine Presseerklärung „Für ein Ende der Gewalt in Norduganda“, die mehrere Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen, unter ihnen Caritas international, gemeinsam herausgegeben haben, lesen Sie hier.