26. Januar 2006

„Soziales Gewissen in der Stadt“

Erlangen zeichnet Caritas-Geschäftsführer Johann Brandt mit Ehrenbrief aus


„Johann Brandt lebt Caritas“, sagte Oberbürgermeister Balleis (links), als er dem Caritas-Geschäftsführer den Ehrenbrief der Stadt Erlangen überreichte.


Weihbischof Werner Radspieler brachte Johann Brandt Münzen der drei Bamberger Erzbischöfe Dr. Josef Schneider, Dr. Elmar Maria Kredel und Dr. Karl Braun, unter denen Brandt gedient hat, mit und ergänzte: „Der jetzige Bischof muss erst noch geprägt werden.“

Den „Ehrenbrief für soziale Verdienst in der Stadt Erlangen“ hat Johann Brandt zu seinem 25-jährigen Jubiläum als Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt erhalten. Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis überreichte die Urkunde bei einer Feierstunde im Roncallistift. In seiner Laudatio würdigte Balleis den Geehrten als „soziales Gewissen in unserer Stadt“ und stellte vor allem seine ehrenamtlichen Verdienste: Seit 36 Jahren begleitet er als Organist die Gottesdienste in verschiedenen Erlanger Kirchen. Dabei hat er auch das Dechsendorfer Weihnachtslied wieder entdeckt. 11 Jahre lang wirkte er als Kirchenpfleger. Er engagierte sich in der kirchlichen Jugendarbeit und bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft am Dechsendorfer Weiher.

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon lobte Brandts hauptberufliches Wirken. Zahlreiche Caritas-Einrichtungen habe Brandt auf- oder ausgebaut, wobei er neue Problemlagen und soziale Nöte stets rechtzeitig erkannt und auf sie mit Phantasie reagiert habe. Daher stehe der Caritasverband Erlangen heute solide da, auch in einer Zeit knapper Finanzen. Mit großer Sachkompetenz weise Brandt die Öffentlichkeit immer wieder auf die Menschen hin, die Hilfe benötigten, aber nicht im Mittelpunkt des Interesses ständen. Als herausragend lobte Simon, dass Brandt bei den Politikern erreichen konnte, dass im Bereich seines Caritasverbandes die Allgemeine Soziale Beratung – andernorts vollständig auf Eigenmittel angewiesen – von den Kommunen mitfinanziert wird. Auch bei den ehrenamtlichen Diensten habe Brandt ein enges Netz und vorbildliche Strukturen geschaffen, die wie in keinem anderen Verband die Verbindung in die Pfarreien sicherstellten.

Weihbischof Werner Radspieler hatte zuvor in einem Dankgottesdienst, bei dem Johann Brandt selbst die Orgel spielte, nach dem Besonderen christlicher Liebe gefragt. „Der Christ liebt so, dass er bei allen Auseinandersetzungen, selbst Hassgefühlen dem anderen Menschen die hand nicht entzieht“, lautete seine Quintessenz.