21. Februar 2006

Caritas-Seniorenzentrum in Hallstadt bietet jetzt einen Snoezelenraum für seine Bewohner

Das Seniorenzentrum St. Kilian in Hallstadt verfügt inzwischen über ein weiteres Angebot für seine Bewohnerinnen und Bewohner: einen Snoezelenraum.

Beim Snoezelenraum handelt es sich um einen hell eingerichteten „Sinnesraum“, einen Ruhe-, Entspannungs- u. Begegnungsraum: Licht-Wasserblasen-Säulen, vier bequeme Sessel, die in Liegeposition gebracht werden können, Bilder eines sich langsam drehenden Sternenhimmels, Lichtpunkte, die durch den Raum wandern, Materialien zum Tasten und Berühren, Entspannungsmusik und wohltuende Gerüche sorgen für vielfältige Sinneseindrücke. Der Raum löst Wohlbefinden aus, wirkt entspannend und zugleich stimulierend.

Snoezelen wurde in den 70er Jahren in den Niederlanden zur Aktivierung von geistig schwerbehinderten Menschen entwickelt. Der Begriff „Snoezelen“ (sprich: snuselen) stellt eine Verknüpfung der niederländischen Wörter snuffeln  (schnüffeln,  schnuppern) und doezelen (dösen, schlummern) dar. Mit Sinnesangeboten zum Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken wollte man die Teilnehmer aktivieren, Interesse und Neugierde wecken sowie sinnliches Wahrnehmen und Erleben ermöglichen. Snoezelen hat in der Zwischenzeit auch in anderen Bereichen Einzug gehalten, man findet solche Sinnesräume u.a. in Krankenhäusern, Hospizen, Einrichtungen, die mit Kindern und Familien arbeiten, sowie zunehmend in Seniorenzentren.

Snoezelen bringt mehr Lebensqualität ins Altenpflegeheim. Dieser Therapieansatz will durch die Schaffung einer freundlichen, angenehmen und harmonischen Atmosphäre, durch sanfte Sinnesstimulierung sowohl Aktivierung ermöglichen als auch Ruhe und Erholung vermitteln. Davon profitieren alle Bewohnergruppen: Bewohner mit körperlichen Gebrechen, Schmerz-, Stress- , Unruhe- und  depressiven  Zuständen und insbesondere Demenzkranke. Snoezelen setzt weder Sprache noch kognitive Fähigkeiten voraus und ist damit ein ideales Angebot für Demenzkranke, die auf sensorische Stimulation sehr gut ansprechen. In einer harmonischen von Erfolgszwängen freien Umgebung ist die Zunahme von Kommunikationsbereitschaft, Aktivität und Interesse zu beobachten. Freudvolles Erleben erzeugt ein Gefühl des Lebendigseins, ermutigt dazu, sich emotional zu öffnen und mit der Umgebung in Kontakt zu treten. Das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, die Freude an sinnlicher Anregung wirken auf der Basis von Entspannung und Zuwendung ganzheitlich wohltuend: Unruhe, Wandern, aggressive Verhaltensweisen nehmen ab.

Finanziert wurde der Snoezelenraum durch eine großzügige Spende der Dr.-Robert-Pfleger-Stiftung in Höhe von 12.775 €. Eingerichtet haben ihn Auszubildende der Firma Robert Bosch im Rahmen eines sozialen Projektes.

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