15. Dezember 2006

Der dritte Jahrgang des Fortbildungskurses „Systemische Elternarbeit“ erhielt seine Zertifikate

Nach dreijähriger Ausbildungszeit überreichte Dr. Hans Friedl vom Institut für Fort- und Weiterbildung (IFW) dem dritten Weiterbildungskurs „Systemische Elternarbeit“ im Dr.-Philipp-Kröner-Haus, der Zentrale des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg e.V., die Zertifikate als anerkannte Paar- und Familientherapeuten. Die 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus den Bistümern Bamberg, Würzburg und Augsburg, unter ihnen Sozialpädagogen, Erzieher und Heilpädagogen aus Bamberg, Coburg, Erlangen, Forchheim, Nürnberg und Pettstadt (Landkreis Bamberg).

Die Fachkräfte aus Diensten und Einrichtungen der Erziehungshilfe erwarben grundlegende Qualifikationen, um Familie aus umfassender systemischer Sicht zu betrachten. Ziel der Erziehungshilfe-Einrichtungen ist es, dass die in ihnen lebenden Jugendlichen und Kinder in ihre Familie zurückkehren können. Während jedoch die Kinder und Jugendlichen in der Zeit ihrer Unterbringung meist große Fortschritte machen, bleibt die familiäre Situation oft unverändert. Hier setzt die systemische Elternarbeit an, indem sie mit den Eltern an einer Lösung der aktuellen Probleme arbeitet. Die Erziehungskompetenz der Eltern wird gestärkt, um dadurch das Gesamtsystem Familie zu stabilisieren.

Bei der gemeinsamen Feierstunde rekapitulierte Roland Giegerich vom Fachbereich Jugend und Familie des Diözesan-Caritasverbandes Würzburg den Weg hin zu dieser erfolgreichen und zukunftsweisenden Weiterbildung. Inzwischen hat der vierte Kurs begonnen, der nun vom Landesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe in Bayern durchgeführt wird. Im Sommer 2007 startet der fünfte Kurs. Entwickelt und organisiert wurde das Weiterbildungskonzept von Fritz Skowranek, dem Leiter der Abteilung Kinder und Jugendhilfe des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg, und seiner damaligen Würzburger Kollegin Marlene Hauck im Jahr 2001. Im Institut für Fort- und Weiterbildung aus München fanden sie einen fachkundigen Partner für die Durchführung der Fortbildung und deren Zertifizierung. Mittlerweile haben insgesamt 63 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich der Erziehungshilfe die Zusatzqualifikation erworben. Ein Novum beim jetzigen Kurs war, dass auch Mitarbeiter von Jugendämtern teilnahmen. Giegerich lobte die fachübergreifende Zusatzqualifikation, die auch für den Personalentwicklungsbereich von großer Bedeutung sei.

Bambergs Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein begrüßte ebenfalls die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Diözesan-Caritasverbänden und dem IFW. Er dankte den Kollegen, Einrichtungsträgern und Familien der Kursteilnehmer, welche die Weiterbildungsmaßnahme mitgetragen haben. Sei die umfangreiche Zusatzausbildung doch mit einem sehr hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden gewesen. Über insgesamt 58 Tage erstreckten sich die mehrtägigen Kurstage, Wochenend- und Tagesseminare, wobei 32 Tage auf Samstage und Sonntage fielen.

Während der kleinen Feierstunde ging ein besonderer Dank an Fritz Skowranek für seine engagierte Arbeit in den letzten Jahren. „Ohne den persönlichen Einsatz von Herrn Skowranek hätten die Kurse nicht stattgefunden“, betonte Dr. Hans Friedl vom IFW. Roland Giegerich bezeichnete ihn als „Urvater des Kooperationsprojektes Systemische Elternarbeit der beiden benachbarten Caritas-Diözesanverbände Würzburg und Bamberg“.