8. August 2006

Einzigartig in Bamberg: Ab Herbst gibt es eine Montessori-Gruppe im Caritas-Kindergarten St. Elisabeth

Eine Montessori-Gruppe bietet der Caritas-Kindergarten St. Elisabeth in Bamberg ab dem neuen Kindergartenjahr an. Der Kindergarten erweitert dadurch nicht nur sein pädagogisches Spektrum, sondern macht in Bamberg auch das bislang einzige Montessori-Angebot in Kindertagesstätten.

Anita Porter, Erzieherin im Caritas-Kindergarten St. Elisabeth, absolviert in Nürnberg eigens eine Ausbildung der Association Montessori International (AMI), die sie im kommenden April mit einem Diplom abschließen wird. Sie übernimmt die Leitung der neuen Montessori-Gruppe.

Die Montessori-Pädagogik geht davon aus, dass jedes Kind das am besten aufnimmt und vertieft, was es selber interessiert. „Die Erzieherin bleibt im Hintergrund und beobachtet“, erläutert Anita Porter. „Sie wird erst dann aktiv, wenn das Kind etwas gezeigt bekommen möchte.“ Daher stehen in der Montessori-Gruppe die Schränke auch offen, und die Kinder können sich selbst Spielsachen und Materialien herausnehmen.

Dieser pädagogische Ansatz, der von der Italienerin Maria Montessori (1870 - 1952) entwickelt wurde, sei jahrzehntelang erprobt und erfolge nach weltweit einheitlichen Standards, betont Anita Porter. So werden in allen Montessori-Kindergärten die gleichen Materialien verwendet. Die Montessori-Pädagogik erfülle, so Porter, auch den Anspruch des neuen Bayerischen Erziehungsplans, dass die Kinder ihre Entwicklung mitgestalten sollen. Für den Kindergarten St. Elisabeth sei diese Art, die Kinder zu fördern, nicht völlig neu, stellt Anita Porter klar. Das von Maria Montessori stammende Motto „Hilf mir, es selbst zu tun!“ sei schon immer der Grundsatz des Kindergartens gewesen. Die Einrichtung auf dem Jakobsberg wurde früher vom Verein Haus St. Elisabeth getragen und bei dessen Auflösung 2003 vom Diözesan-Caritasverband übernommen.

Zur Montessori-Pädagogik gehöre auch, dass die Kinder sich als Geschöpf und Teil der Natur zu verstehen lernen. Damit passe sie gut zu zwei anderen Schwerpunkten des Caritas-Kindergartens St. Elisabeth, der Waldpädagogik und der Bewegungserziehung, sagt Anita Porter. So verbringen die Kinder jeden Mittwoch außerhalb der Tagesstätte, sei es im Wald oder mit einem Besuch, etwa im benachbarten Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Walburga, in der Stadtbibliothek oder in einer Bäckerei. Bei diesen Exkursionen „lernen die Kinder: Es gibt auch noch andere Menschen, etwa alte und pflegebedürftige Leute, “ sagt Anita Porter. „Und durch die Erfahrung der eigenen körperlichen Möglichkeiten gewinnen sie Selbstvertrauen.“

Die Montessori-Pädagogik trifft sich schließlich nach Porters Überzeugung mit dem besonderen Anliegen des Caritas-Kindergartens St. Elisabeth, behinderte Kinder zu integrieren. Es gehe darum, dass die Kinder ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen und akzeptieren lernen. Das vermittle zugleich die Einsicht: „Jeder ist anders und darf sich mit seinen Fähigkeiten einbringen.“

Die Einrichtung der Montessori-Gruppe im Caritas-Kindergarten St. Elisabeth ist auch dadurch veranlasst, dass im vergangenen Herbst in das Gebäude der ehemaligen Aussiedlerschule am Jakobsberg eine private Montessori-Grundschule eingezogen ist. Sie könne, stellt Anita Porter die Verbindung her, künftig Kinder aufnehmen, die mit der Montessori-Pädagogik bereits vertraut seien.