13. April 2006

Pflege durch die Sozialstation: Spürbare Caritas

Ein Doppeljubiläum feierte die Caritas in Schnaittach: 25 Jahre Caritas-Sozialstation St. Kunigund und 10 Jahre Tagespflege.


Für ihren unermüdlichen Einsatz für pflegebedürftige Menschen verlieh ihr Diözesan-Caritasdirektor Öhlein die Caritas-Ehrennadel in Gold. Das Abzeichen in Silber erhielten die Mitarbeiterinnen Mariele Kohl und Angelika Preißler.

Angela Henke, Vorsitzende des Kreis-Caritasverbandes Nürnberger Land, nutze es auch zur Positionierung: Trotz gestiegenen Verwaltungsaufwands und Leistungsportionen seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 tue die Caritas alles dafür, dass der Dienst am Menschen die eigentliche Aufgabe bleibt. "Die Menschen müssen spüren, dass wir von der Caritas sind", sagte Henke. Auch wenn es nicht immer leicht fällt bei den strengen gesetzlichen Vorgaben, bedeute das, über die Standards hinaus menschlich und einfühlsam zu bleiben, sich Zeit zu nehmen, zum Beispiel für ein freundliches Wort oder um jemanden in den Arm zu nehmen.

Zuvor hatte sie auf die Entwicklung der Caritas-Sozialstation zurückgeblickt: Am 1. Januar 1981 schlossen sich die Gemeindepflegestationen Neuhaus, Neunkirchen am Sand, Röthenbach und Schnaittach zur Sozialstation St. Kunigund für das Dekanat Neunkirchen am Sand zusammen. Der Pflegedienst begann mit einer Verwaltungskraft und sieben Schwestern, die im ersten Jahr 98 Patienten betreuten. 25 Jahre später kümmern sich 40 Pflegefachkräfte und 37 Ehrenamtliche um 237 alte und kranke Menschen.

Dazwischen liegen einige Um- und Ausbauten. Die Stationen in Röthenbach und Neuhaus wurden 1994 bzw. 1996 selbstständig. Ein großer Schritt für Schnaittach war die Gründung einer Tagespflege 1996 mit sieben Plätzen, 2003 aufgestockt auf zwölf. "Wir waren uns nicht sicher, ob sie überleben kann", erinnerte sich die Vorsitzende. Am Anfang mangels Erfahrung noch vorsichtig, öffnete man zunächst nur zwei Tage pro Woche, nach vier Monaten aber bereits an allen Werktagen. Der Entlastungsbedarf bei Familien mit Pflegebedürftigen war und ist vorhanden. Laut Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein wurde Schnaittach 2004 sogar zum Modell in der Diözese: Da setzte Schwester Maria Kroder zusätzlich die Samstagsöffnung durch.

Mit ihrer Person ist die Geschichte der Caritas-Sozialstation St. Kunigund untrennbar verknüpft. Sie war es, die 1981 zusammen mit Pfarrer Konrad Ringl und dem damaligen Caritas-Geschäftsführer Norbert Strebel die Einrichtung gründete, sie 25 Jahre lang leitete und mit der Tagespflege auch noch ausbaute.

So wurde der Festakt im Pfarrsaal zugleich zu einer sehr herzlichen Verabschiedung der verdienten und beliebten Mitarbeiterin. Zahlreiche Grußredner lobten die langjährige Chefin; Schnaittachs Bürgermeister Georg Brandmüller nannte sie gar einen „Engel“. Die "rote Mannschaft", die auch beim Festakt in Caritas-Anoraks gekleideten 40 Kolleginnen, applaudierten ihrer früheren Chefin stehend.

Am Tag nach dem Festakt, beim Tag der offenen Tür in der Einrichtung, informierten sich etliche Interessierte über die vielfältigen Angebote, die neben der Pflege auch Angehörigenarbeit und eine Betreuung mit Gesprächskreisen, Spielen, Spaziergängen und gemeinsamem Singen umfasst.

Michael Scholz

 

Kontakt:
Caritas-Sozialstation St. Kunigund
Erlanger Straße 17
91220 Schnaittach
Telefon (09153) 7328
Fax (09153) 97420
E-Mail: sozialstationschnaittach@t-online.de
Website: www.caritas-schnaittach.de