26. September 2005

25 Jahre Caritas Hof: Ein heute beachtlicher Verband sorgt für Menschlichkeit


Hans Maier, der als Vorsitzender den Caritasverband Hof seit seiner Gründung führt, wurde vom Diözesan-Caritasverband geehrt, indem Weihbischof Werner Radspieler (links) ihm eine Nachbildung der Statue der Kunigunde aus dem Bamberger Dom überreichte. Die Auswahl gerade dieser Heiligen begründete der 1. Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes damit, dass Kunigunde sowohl bei der Bezahlung der Arbeiter am Dom eine Frau des Rechts wie auch als Witwe und Klostergründerin eine Wohltäterin gewesen sei. Ebenso habe Maier als Landgerichtspräsident und Caritas-Vorsitzender Gerechtigkeit und Liebe verbunden. Als Jurist habe er dafür gesorgt, dass bei der Caritas – etwa bei der Satzung des Diözesan-Caritasverbandes – rechtlich „alles stimmt“, und dabei zugleich Spielräume gelassen „für das weite Herz“.

Dankbarkeit für das soziale Engagement und Respekt gerade für die ehrenamtlich geleistete Arbeit – das war der Tenor aller Ansprachen beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Caritasverbandes für Stadt- und Landkreis Hof. Aus dem „Ein-Mann-Betrieb“ – anfangs war nur der heutige Geschäftsführer Walter Pretsch als Sozialarbeiter vor Ort – sei ein „beachtlicher Verband“ geworden, lobte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon bei der Veranstaltung im Pfarrzentrum St. Marien. Sein Wunsch für die Hofer Caritas war, dass sie auch in Zukunft die Nöte der Menschen erkennt.

Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände sollten nicht nur „Reparaturmeister“ der sozialen Notlagen sein, sondern sich aktiv in Arbeitsmarkt-, Sozial- und Ausländerpolitik einmischen, führte die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, in ihrer Festrede aus. Sie sei daher dankbar, dass Caritas sich als Anwalt der Armen und Ausgegrenzten mit lauter Stimme zu Wort melde und Veränderungen anmahne – auch in der Wohlfahrt selber. Caritas müsse „mitwirken an einer Ethik des sozialen Wandels“, die Gerechtigkeit nicht nur als Verteilungsgerechtigkeit verstehe, forderte sie.

Das Wirken der Ehrenamtlichen bei der Caritas stellte die frühere bayerische Sozialministerin besonders heraus. Sie wünsche sich, dass deren „alltägliche Heldengeschichten“ in den Medien öfter erzählt würden. Sie ermutigte die Caritas, beim Einsatz Freiwilliger neue Wege einzuschlagen: mehr befristete Projektarbeit, Auflockerung von Verbandsstrukturen, Mitsprache der Freiwilligen. Von den Arbeitgebern forderte sie, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen Mitarbeiter für ehrenamtliche Arbeit freizustellen und bei Einstellungen oder Beförderungen bürgerschaftliches Engagement als positives Kriterium zu werten.