13. September 2005

In Teilzeit zur Berufsausbildung

Projekt in Bamberg und Forchheim schafft jungen Müttern Chancen im Arbeitsleben

Junge Frauen, die ein Kind bekommen, tun sich oft schwer, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Das Projekt „Teilzeitausbildung für junge Mütter“ will ihnen Hilfestellung geben. Das Projekt, das aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird, antwortet auf ein wachsendes Problem: 2004 bekamen in Deutschland laut Bundesamt für Statistik 5240 Teenager ein Baby, 480 mehr als im Jahr zuvor. Der Trend macht sich auch in der Schwangerenberatung bemerkbar. So suchten 2003 30 Mütter, die jünger als 18 Jahre alt waren, die Katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Bamberg auf; 2004 nahmen bereits 42 das Angebot der Caritas-Einrichtung in Anspruch.

Weil sie ihr Kind betreuen müssen, fehlt vielen dieser Mütter die Zeit, ihre Ausbildung zu Ende zu bringen oder überhaupt eine reguläre Lehrstelle anzutreten. Eine Teilzeitausbildung kann ein Ausweg sein. Die Frauen besuchen die Berufsschule in Vollzeit und arbeiten im Ausbildungsbetrieb etwa 5 Stunden täglich.

Das vom ESF unterstützte „Mikro-Projekt“ wendet sich an Frauen, die jünger als 25 Jahre sind, ein oder mehrere Kinder haben, über einen Schulabschluss, aber keine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen und in der Stadt oder dem Landkreis Bamberg oder dem Landkreis Forchheim wohnen. Das Bamberg-Forchheimer Projekt ist einmalig in Bayern, weil es sich nicht nur an Sozialhilfeempfängerinnen wendet.

Wichtiger Bestandteil des Projekts ist es, den Frauen ein Netzwerk von Kinderbetreuung anzubieten. Damit die Mütter, wenn ihr Kind erkrankt oder der reguläre Babysitter – etwa die Großmutter – ausfällt, ihre Fehlzeiten möglichst niedrig halten können, stehen ihnen Kindertagesstätten, Tagesmütter oder flexible Betreuungsangebote wie das Mütterzentrum Känguruh, der Kinderschutzbund oder in Bamberg das Kinderparadies zur Verfügung.

Bis November arbeitet für das Projekt eine Hauptansprechpartnerin: Die Sozialpädagogin Christiane Alter will die Teilzeitausbildung bei Müttern, Arbeitgebern und Anbietern von Kinderbetreuung noch besser bekannt machen.

Sprechstunden

Neben Telefonauskünften unter (09543) 44 05 92 und persönlichen Beratungsterminen bietet Christiane Alter den Müttern auch Sprechstunden an:

In Bamberg sind die Sprechstunden im Mütterzentrum Känguruh (Nürnberger Str. 108 k) jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 10 bis 12 Uhr. Die nächsten Termine sind: 5., 12. und 26. Oktober 2005.

In Forchheim findet am 15. September 2005 von 9.30 bis 11.00 Uhr eine erste Informationsveranstaltung im Mütterzentrum Forchheim (Bamberger Straße 16) statt. Ein weiteres Mal steht Christiane Alter dort am 22. September 2005 von 9.30 bis 11 Uhr zur Verfügung. Danach sind die Sprechstunden zur selben Uhrzeit jeweils am 1. und 3. Donnerstag im Monat, also zunächst am 6. und 20. Oktober 2005.

Christiane Alter gibt den Müttern auch Hilfestellung, etwa beim Zusammenstellen von Bewerbungsunterlagen, bei der Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern, bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche oder bei der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung.

Ausbildungsbetriebe gesucht

Eine weitere Aufgabe sieht Christiane Alter darin, Arbeitgeber für die Teilzeitausbildung zu gewinnen. Nach ihrem Eindruck ist noch viel zu wenig bekannt, dass Firmen dafür auch finanzielle Zuschüsse bekommen können. So zahlt das von Bayerns Sozialministerium aufgelegte Projekt „Fit für Work“ 2500 Euro für jeden zusätzlich eingerichteten Ausbildungsplatz.

Das Projekt wird getragen vom Arbeitskreis „Teilzeitausbildung für junge Mütter“, dem unter anderen alle Bamberger Schwangerenberatungsstellen angehören. Susanne Birtel von der gfi Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration hat für das Projekt die ESF-Förderung eingeworben. Der Arbeitskreis ist 2002 aus dem Bischofsprojekt „Die Leben die Hand reichen“ hervorgegangen. Die Idee zu der Teilzeitausbildung hat die Katholische Schwangerenberatungsstelle angestoßen.

Kontakt: Christiane Alter, Tel.: (09543) 44 05 92, E-Mail: christiane.alter@web.de