25. Oktober 2005

Pflegeausbildung wird attraktiver: Niederbronner Schwestern und Caritas starteten Schulversuch in Nürnberg


Staatssekretär Karl Freller suchte bei der offiziellen Vorstellung des Schulversuches das Gespräch mit (von links) Schülerin Katharina Förner, den drei Leiterinnen der Berufsfachschulen für Alten- und Krankenpflege Sr. Cäcilie Beer, Gabriele Scholz und Sabine Rottner sowie Schülerin Susanne Horn.
Foto: Sauerbeck

Kranken- und Altenpflege in Theorie und Praxis und samstags noch Englisch und Mathematik: 12 Frauen und Männer nehmen seit September an einem für Mittelfranken einmaligen Pilotprojekt teil. Doppelqualifizierung „Berufsausbildung und Fachhochschulreife“ heißt der Schulversuch, den die Berufsfachschule für Krankenpflege am St. Theresien-Krankenhaus gemeinsam mit der ebenfalls von Niederbronner Schwestern getragenen Berufsfachschule für Altenpflege in Neumarkt und der Berufsfachschule für Altenpflege des Caritasverbandes Nürnberg durchführt.

Bei der offiziellen Vorstellung des Schulversuchs in der Krankenpflegeschule würdigte Kultusstaatssekretär Karl Freller die drei Schulträger als Pioniere und dankte den Schulleiterinnen, Lehrkräften und den Schülern der ersten Klasse für ihre Innovationsbereitschaft. „Mit der Doppelqualifizierung eröffnen wir neue Bildungs- und Entwicklungschancen.“

In seiner Ansprache ging Freller auf die demographische Entwicklung in Deutschland und deren Folgen für Gesundheitsversorgung und Pflege ein. Berufe in der Kranken- und Altenpflege würden in Zukunft eine Aufwertung erfahren, zugleich stiegen aber auch die Anforderungen an eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung. Bisher hätten sich für Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschulen des Gesundheitswesens über den Berufsabschluss hinaus kaum attraktive Perspektiven eröffnet.

Einfacherer Weg zum Studium

Neue Wege bahne der Schulversuch zur Doppelqualifizierung „Berufsausbildung und Fachhochschulreife“, war bei der Auftaktveranstaltung in Nürnberg zu hören. Jetzt könne ein fließender Übergang von der dreijährigen Berufsausbildung zum Pflegestudium ermöglicht werden.

An zehn ausgewählten Berufsfachschulen des Gesundheitswesens in Bayern könnten Schülerinnen und Schüler zusätzlich Englisch, Mathematik und Deutsch belegen und sich so auf die Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife vorbereiten. Der Weg zum weiter qualifizierenden Studium war bisher äußerst mühsam: In Abendkursen mussten Pflegeschüler mit mittlerer Reife die fehlende Zugangsvoraussetzung nachholen.

Als Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Pflegeberufe im europäischen Wettbewerb wertete Caritasdirektor Roland Werber in seinem Grußwort das Projekt. Gabriele Scholz, die Leiterin der Caritas-Berufsfachschule, verspricht sich bessere berufliche Chancen für Schülerinnen und Schüler. Gerade bei der Pflege von Patienten mit Migrationshintergrund  stelle die Doppelqualifizierung ein Plus dar, ergänzt Sabine Rottner, die der federführenden Schule am St. Theresien-Krankenhaus vorsteht.

Für die neuen Klassen können sich Frauen und Männer mit mittlerer Reife und einem Notendurchschnitt von mindestens 3,5 in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch im Zeugnis bewerben.