18. Oktober 2005

Viel Lob für die Freundlichkeit und warme Atmosphäre im Haus

Frauen-Union besuchte am Tag der offenen Tür das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Forchheim

Als „Heim der Sonderklasse“ mit „warmer Atmosphäre“ lobte Stadträtin Mathilde Hartmann die Einrichtung. Man fühle sich wie in einem Wohnhaus. Das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth hatte den landesweiten Tag der offenen Tür sozialer Dienste genutzt, um die Forchheimer Frauen-Union einzuladen. Neun Damen begleiteten am Vormittag die Pflegekräfte bei ihrer Arbeit. Auch der Landtagsabgeordnete Eduard Nöth machte sich davon ein Bild.

Bei einer abschließenden Reflexion schilderten die Damen der Frauen-Union ihre Eindrücke und stellten Fragen. Vorsitzende Mathilde Hartmann unterstrich, ihrer Organisation sei nicht allein die Zukunft der Rente, sondern auch das konkrete Schicksal alter Menschen wichtig: „Wer ist bei uns, wenn wir alt und krank sind?“ Von daher zeigte sich die Frauen-Union beeindruckt von der Gemeinschaft im Haus. Die Bewohner blieben nicht anonym auf ihren Zimmern, sondern könnten die Mahlzeiten gemeinsam einnehmen und miteinander Kommunikation pflegen, hieß es übereinstimmend, wobei besonders registriert wurde, dass man vor dem Essen betet.

Lob gab es auch für das Angebot, dass trauernde Angehörige in einem eigenen Aufbahrungsraum Abschied von ihren Verstorbenen nehmen können. „Das ist uns wichtig,“ unterstrich Einrichtungsleiter Paul Schlund. Sterbebegleitung und Abschiedskultur gehörten zum Leitbild des Hauses, hinter dem ein kirchlicher Träger – der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg – stehe. „Man merkt, dass das Heim christlich geführt wird,“ bescheinigten ihm dann auch die Frauen aus der CSU und stellten gerade die Freundlichkeit der insgesamt 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heraus.

Auch bei der Frage nach Ehrenamtlichen kam das Gespräch rasch auf die Sterbebegleitung. Außer zur Diözesanstelle Altenpastoral unterhält das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth Kontakte zum örtlichen Hospizverein. „Die Betroffenen fragen öfters nach Hospizhelfern,“ berichtete Pflegedienstleiterin Isabella Wolny, „ihre Ängste und unbewältigte Probleme aus ihrem Leben wollen sie nicht so gern mit ihren Angehörigen besprechen, mit denen sie emotional verbunden sind.“

Thema waren ferner künstliche Ernährung – Stichwort Magensonde – und die Angst vieler Menschen vor einer sinnlosen Verlängerung von Leiden am Ende des Lebens. Weniger als 5 % der 105 Bewohner trügen eine Magensonde, erläuterte Isabella Wolny. Bei manchen alten Menschen, die sonst über keine Beschwerden klagen, aber etwa Schluckbeschwerden haben, könne eine künstliche Ernährung durchaus sinnvoll sein. Das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth empfehle im übrigen seinen Bewohnern eine Patientenverfügung. Diese Möglichkeit, wie man den eigenen Willen für den Fall der Hilflosigkeit festhalten kann, den Bürgern nahezubringen, bezeichnete auch die Frauen-Union als ihr Anliegen.

Als Segen für pflegende Angehörige bezeichneten mehrere Damen die Tages- und die Kurzzeitpflege und wussten dabei über sehr gute Erfahrungen mit der Kurzzeitpflege im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth zu berichten. Die Patienten kämen in einem guten gesundheitlichen Zustand nach Hause zurück; dies sei nicht bei jeder Pflegeeinrichtung gegeben. Kritik übten die Frauen dagegen am hohen Aufwand, den sie bei der Dokumentation der Pflegetätigkeiten beobachten konnten. Durch diese bürokratischen Pflichten gehe dem Pflegepersonal doch viel Zeit und Kraft verloren, die besser den alten Menschen zugute kämen.

Als politisch engagierte Frauengruppe ihre Eindrücke und Empfehlungen gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten an das Forum Soziales Bayern weiterzugeben, bat Heimleiter Paul Schlund seine Besucherinnen. In dem auf Initiative des Sozialministeriums zu Jahresanfang gegründete Forum, das den landesweiten Tag der offenen Tür am 15. Oktober angeregt hat, befassen sich Vertreter von Landtag, kommunalen Spitzenverbänden, Wohlfahrt, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden mit aktuellen und künftigen Herausforderungen der Sozialpolitik.

Am Nachmittag wurden Angehörige und Besucher der Hausbewohner mit einem Getränk begrüßt, und die Mitarbeiter standen ihnen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.