11. Oktober 2005

Mobiler Sozialladen der Caritas Kronach erhielt Sozialpreis der Oberfrankenstiftung


Im Bild bei der Preisverleihung von links Vorsitzender Willi Zaich und Geschäftsführer Christian Behner vom Kreis-Caritasverband Kronach, von rechts Bezirktagsspräsident Dr. Günter Denzler und Regierungspräsident Hans Angerer.

Als „Erfolgsgeschichte“ hat Oberfrankens Bezirkstagspräsident Dr. Günter Denzler den Werdegang des Mobilen Sozialladens im Landkreis Kronach bezeichnet. Die Leistung der Initiative, an der die Caritas in Kronach maßgeblich beteiligt, wurde jetzt mit dem Sozialpreis 2005 der Oberfrankenstiftung gewürdigt.

Die Idee, Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, verbilligt an bedürftige Menschen abzugeben, sei zwar seit längerem bekannt, räumte Denzler in seiner Laudatio ein. Neu sei aber der Ansatz, dass ein Verkaufswagen die Lebensmittel zu den sozial benachteiligten Menschen bringt, sagte er bei der Preisverleihung im Porzellanmuseum Selb-Plößberg.

Auch die Kronacher Initiative hat im Dezember 2003 zunächst mit einem festen Ladenlokal angefangen, dem „Lädla“ in der Kronacher Innenstadt. Im August 2004 schickte sie dann erstmals den Verkaufswagen im Landkreis auf Tour. Heute fährt der Mobile Sozialladen wöchentlich zehn verschiedene Standorte an. Außerdem sucht er Einzelgehöfte auf, deren Bewohner ohne diesen Service keine Möglichkeit hätten, im Sozialladen einzukaufen.

In seiner Rede strich Denzler nicht nur die hohe Zahl von Ehrenamtlichen heraus, die den einzigen hauptberuflichen Mitarbeiter unterstützen, der das Projekt koordiniert. 27 Freiwillige holen die Waren bei derzeit 52 Spendern ab, sortieren sie und bestücken die Auslagen in Lädla und Verkaufswagen. Besonders bemerkenswert nannte Denzler es, dass viele der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer selbst arbeitslos sind und Sozialleistungen beziehen. „Das gemeinsame Ziel, anderen sozial schwachen Menschen zu helfen, überwindet alle scheinbaren Unterschiede wie Herkunft, Kulturzugehörigkeit, Bildungsstand oder Alter,“ sagte er und bescheinigte dem Projekt „einen nicht zu unterschärtzenden gesellschafts- und sozialpolitischen Beitrag“. Durch die Tätigkeit im Mobilen Sozialladen erführen Langzeitarbeitslose Bestätigung und ein hohes Maß an Anerkennung. Sie zeige ihnen, dass sie „einen Platz und eine Aufgabe in unserer Gesellschaft haben“.

Das „Lädla“ und der Mobile Sozialladen werden vom Caritasverband für den Landkreis Kronach, dem Kreisverband Kronach der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung und dem „Verein für Humanitäre Hilfe für Menschen in Not im In- und Ausland“ gemeinsam getragen. Außerdem unterstützt der Sozialladen die im September von Caritas und Diakonie neu eröffnete Suppenküche in Kronach. Die Berechtigungsscheine, die den Einkauf im „Lädla“ ermöglichen, gelten auch für die Suppenküche.

Den mit 15.000 Euro dotierten Sozialpreis der Oberfrankenstiftung teilt sich der Mobile Sozialladen mit der Evangelischen Jugendsozialarbeit in Hof und Umgebung.