21. November 2005

Innovativ und umweltbewusst

Weihbischof Werner Radspieler segnete die neu erbauten Caritas-Hausgemeinschaften für Senioren St. Elisabeth in Hollfeld

Am Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen segnete Weihbischof Werner Radspieler offiziell die neuen, nach der Heiligen benannten Caritas-Hausgemeinschaften für Senioren in Hollfeld. Das in zweijähriger Bauzeit errichtete Haus ersetzt das frühere Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth. Die Senioren, die nach dem Hausgemeinschaftsmodell in acht Gruppen zu zehn Bewohnern leben, konnten ihr neues Domizil bereits im August beziehen.

Das Caritas-Zeichen an der Front des Gebäudes stehe für den christlichen Geist des Hauses. Doch sei dieser überhaupt nötig, fragte Weihbischof Werner Radspieler zu Beginn seiner Predigt. Kritiker wendeten ein, es komme allein darauf an, dass die Bewohner gut gepflegt würden und sich wohl fühlten. „Es gibt keinen christlichen Rollstuhl,“ brachte es Radspieler auf den Punkt. Aber die Liebe eines Christen unterscheide sich von anders motivierter Liebe. „Denn sie will so lieben wie Gott der Vater, der uns auch liebt, obwohl wir nicht zu bieten haben, und uns auch dann liebt, wenn wir heruntergekommen sind,“ führte der Weihbischof aus. Christliche Liebe gehe außerdem den Weg Jesu nach: „Jesus hat nicht den geliebt, der zu ihm passte, ihm Vorteile bot, zu seinem Klüngel gehörte.“ Daher liebe der Christ den, „der uns braucht, auch wenn er uns nicht in Konzept passt.“ Solche Liebe solle in dem neuen Haus verwirklicht werden.

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon dankte bei der Einweihungsfeier zum einen den Zuschussgebern. Die Baukosten von 7,6 Millionen Euro unterstützten der Landkreis Bayreuth mit 508.735 Euro, die Stadt Hollfeld mit 460.162 Euro, der Freistaat mit 968.898 Euro, das Deutsche Hilfswerk mit 500.000 Euro und die Erzdiözese Bamberg mit 2,3 Millionen Euro. Zum anderen dankte Simon den Ehrenamtlichen, die in der Cafeteria des Hauses wirken, und dem Stammtisch „Altstadtbomber“, die Ausflüge mit den Bewohnern unternehmen.

Den vorbildlichen Modellcharakter der Hausgemeinschaften stellten als Grußredner Marion Resch-Heckel für die Regierung von Oberfranken und Hollfelds 1. Bürgermeisterin Karin Barwisch („wie kleine Familienverbände“) heraus. Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel betonte, dass die Errichtung des neuen Hauses als Ersatzneubau gefördert worden sei. Er bezweifelte, dass der Bau von Seniorenheimen über den Bedarf hinaus – wie er in anderen Kommunen erfolge – zum Wohl der Bevölkerung sei.

Matthias Jakob vom kirchlichen Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung, das die Planung, Bauleitung und wirtschaftliche Baubetreuung übernommen hatte, stellte heraus, dass die Caritas-Hausgemeinschaften für Senioren St. Elisabeth an Hollfelds Hackschnitzelheizwerk angeschlossen wurden. Die Emissionen des Hauses seien daher „CO2-neutral“; es werde nicht mehr Kohlendioxid ausgestoßen, als beim Verrotten des Holzes ohnehin entstände.

Musikalisch umrahmte der neue Haus-Chor die Feier. Diözesan-Caritasdirektor Simon nutzte sie auch, um drei verdiente Mitarbeiterinnen des Hauses zum 20-jährigen Dienstjubiläum mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Caritasverbandes auszuzeichnen: Hauswirtschaftsmeisterin Silvia Hofmann sowie die beiden Präsenzkräfte Erne-Marie Dorsch und Manuela Sachta.