11. November 2005

Vorsitzender der Caritas Bamberg Land widmete sich einen Nachmittag lang den Gästen der Caritas-Tagespflege in Hallstadt


Dr. Peter Landendörfer, Vorsitzender der Caritas Bamberg Land, bei der Biographiearbeit mit den Gästen der Caritas-Tagespflege Hallstadt, dem Betrachten von Fotos aus deren Leben.


Es wurde gesungen, erzählt, gelacht, mit speziellen Übungen das Gedächtnis trainiert. Ein wichtiges Element war außerdem die Biographiearbeit: Anhand von Fotos ließ sich Dr. Peter Landendörfer von den alten Menschen aus deren Leben berichten. Einen Nachmittag verbrachte der Vorsitzende des Caritasverbandes für den Landkreis Bamberg mit den Gästen der Caritas-Tagespflegestation in Hallstadt.

Danach beschrieb Landendörfer seinen ehrenamtlichen Einsatz als Bereicherung auch für sich selbst. Viele Ärzte, so der Mediziner, täten gut daran, sich mit Geriatrie zu beschäftigen: „Wer alte Menschen in ihrem Alltag erlebt, schärft seinen Blick für deren Lebensumstände und erkennt Probleme, die für die Jungen keine sind, im Alter aber zu Hürden werden – und sei es nur der Teppich, der für einen geh- und sehbehinderten Patienten zur gefährlichen Stolperfalle wird.“

Als besondere Herausforderung würdigte Landendörfer die Demenz, unter der auch viele Besucher der Tagespflege leiden. Er plädierte dafür, sich auf ihre Vorstellungen einzulassen. „Demenzpatienten leben in einer Welt, in der sie einst stark und selbstsicher waren; das ist für sie beglückend.“ Verwitwete Menschen etwa glaubten, ihr Partner sei noch am Leben. Entsprechende Äußerungen solle man nicht ständig korrigieren und die Patienten dadurch frustrieren. „Wer demente Menschen betreut,“ so Landendörfer, „sollte in ihre Welt eintreten.“

Mit dem Betreuungsnachmittag in der Tagespflegestation löste Landendörfer sein Versprechen aus dem von ihm ausgelobten Wettbewerb „Zeit und Nähe schenken“ ein. Er hatte die Einrichtungen seines Verbandes zu Vorschlägen aufgerufen, was sie über die professionellen Leistungen hinaus für ihre Klienten tun könnten. Die beste Idee sollte mit einem ehrenamtlichen Einsatz Landendörfers belohnt werden.

Zum Sieger des Wettbewerbs hatte dann Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon als Juror die Caritas-Sozialstation Hallstadt gekürt. Die Mitarbeiter der Station brachten allen Patienten ein Rätsel, in dem Fragen zu Erntedank zu beantworten waren. Aus den Antworten zog die Leiterin des Seniorenzentrums St. Kilian, Barbara Schmitt, die Gewinner. Als 1. Preis wurde ein Tag in der Tagespflege vergeben. Der 2. Preis war eine Betreuung am Nachmittag, der 3. Preis ein Wohlfühlbad.

Die Sozialstation Hallstadt betreut – verteilt auf acht Touren – rund 150 Patienten in Hallstadt, Bischberg, Viereth-Trunstadt, Baunach, Breitengüßbach, Rattelsdorf und Zapfendorf. 13 Mitarbeiterinnen, von denen die meisten examinierte Fachkräfte sind, erbringen Leistungen in Alten- und Krankenpflege sowie Hauswirtschaft. Für jede Tour gibt es eine Verantwortliche, die als feste Bezugsperson immer die gleichen Patienten besucht.

Die Tagespflegestation, die der Sozialstation angeschlossen ist, bietet zehn Plätze. Die meisten Tagespflegegäste kommen regelmäßig. Soweit nicht Angehörige dies tun, holt ein Fahrdienst der Sozialstation die Besucher morgens ab und bringt sie abends wieder nach Hause. Der Tag beginnt um 8 Uhr mit einem Frühstück und endet gegen 16.30 Uhr nach Kaffee und Kuchen. Das Programm umfasst Sitzgymnastik, Gedächtnistraining, Zeitunglesen, Musik, Spaziergänge und gelegentliche Ausflüge. Das Mittagessen kommt aus der Küche des Seniorenzentrums St. Kilian. Für die Tagespflege steht eine eigene Fachkraft zur Verfügung, die von der Leiterin der Sozialstation, Elisabeth Arneth-Carls, unterstützt und vertreten wird. Frau Arneth-Carls verfügt auch über eine gerontopsychiatrische Fortbildung.