27. Mai 2005

Soziale Initiativen zeigen Lebendigkeit der Kirche

Erzbischöfliche Stiftung für das Ehrenamt zeichnete auch mehrere Projekte aus dem Bereich der Caritas aus


In der Kleiderkammer der Caritas Forchheim

18 ehrenamtliche Initiativen hat Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick für ihr Engagement und ihre Kreativität gewürdigt. Darunter sind auch mehrere Caritas-Projekte.

Am Nachmittag vor Fronleichnam zeichneten Diözesanratsvorsitzender Alfons Galster und Anne Kurlemann vom Erzbischöflichen Ordinariat die diesjährigen Preisträger der Erzbischöflichen Stiftung für das Ehrenamt bei einer Feier im Gemeindezentrum St. Josef in Bamberg aus. Erzbischof Schick betonte, dass die geehrten Gruppen stellvertretend die Lebendigkeit der Kirche zeigten. In den Pfarreien gebe es viele Menschen, die ihre Gaben entdeckten, wahrnähmen und anderen zuteil werden ließen.

Ausgezeichnet wurden auch einige Projekte der Caritas und ihrer Fachverbände.

14 ehrenamtlich tätige Frauen, die zumeist schon seit mindestens fünf Jahren mitarbeiten, betreuen die Kleiderkammer des Caritasverbandes Forchheim. In wechselnden Teams öffnen sie jeweils dienstags und einmal monatlich donnerstags. Rund 8000 Kleidungs- und Wäschestücke geben sie jährlich an etwa 300 bedürftige Einzelpersonen und Familien aus. Zu ihren Aufgaben gehört auch das Aus- und Einsortieren der gespendeten Kleidung.

Der Sachausschuss „Soziale und caritative Aufgaben“ des Pfarrgemeinderats St. Kunigund in Bamberg hat sich 2001 das Wohnviertel „Breitenau“ zum Schwerpunkt seiner Arbeit gewählt. Für die besonders sozial schwachen Familien in diesem Gebiet veranstaltet er seitdem im Sommer einen Spiele-Nachmittag, zu dem auch die Eltern eigens eingeladen sind, einen Bastelnachmittag im Herbst und eine Nikolausfeier, bei der Ministranten Geschenke an die anwesenden Kinder verteilen.

Für Menschen mit seelischen Problemen und psychisch Kranke gibt es in Bamberg die Begegnungsstätte OASE. Seit 1982 ist eine Gruppe von derzeit 28 Ehrenamtlichen für die Öffnungszeiten verantwortlich. Selbst an Feiertagen und am Heiligen Abend ist die OASE geöffnet. Die Begegnungsstätte bietet Raum für Kontakte, Gemeinschaft und sinnvolle Freizeitgestaltung und wirkt so Isolation und Vereinsamung entgegen. Viel Zeit und Energie widmen die Freiwilligen den Selbsthilfegruppen, etwa für Parkinsonkranke oder für Angehörige psychisch Kranker. Die OASE ist dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Sozialdienstes katholischer Frauen angeschlossen.

Verbindung zur Caritas hat auch der Seniorenkreis St. Otto in Nürnberg. Zwei Leiterinnen gestalten, unterstützt von 17 weiteren ehrenamtlich tätigen Frauen, Einmal in der Woche für 30 bis 40 Seniorinnen und Senioren einen Nachmittag mit Programm. Die Ehrenamtlichen machen auch Kranken- und Geburtstagsbesuche, zu Weihnachten besuchen sie alle Über-80-Jährigen in der Pfarrei. Die Leiterinnen und zwölf der Helferinnen sammeln außerdem für die Caritas.

Darüber hinaus ehrte die Stiftung diakonische Projekte, die auf freien Initiativen beruhen:

Das Obdachlosenfrühstück der Nürnberger Pfarrei St. Elisabeth bietet seit 1988 bedürftigen Menschen Verköstigung im Pfarrzentrum. Inzwischen haben sich drei weitere – katholische wie evangelische – Innenstadtgemeinden angeschlossen, so dass jeden Sonntagvormittag eine andere Pfarrei das Frühstück ausrichtet. St. Elisabeth bietet darüber hinaus jeden Montagmorgen ein Obdachlosenfrühstück an. Derzeit nutzen über 80 Personen diese Mahlzeiten.

Im Ökumenischen Nachbarschaftskreis von Langenzenn leisten 15 Frauen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren Nachbarschaftshilfe. Sie holen Kinder von Kindergarten oder Schule ab oder putzen die Wohnung, wenn die Mutter krank ist. Sie besuchen Patienten im Krankenhaus oder einsame Menschen zu Hause. Sie helfen beim Ausfüllen von Formularen und bei Behördengängen. Zu Weihnachten organisieren sie eine Paketaktion für sozial schwache Familien.

Weil die Kindergärten in Forchheim 1992 überfüllt waren, taten sich auf Initiative eines Pfarrers Mütter und Großmütter zusammen, um eine Kinderbetreuung im Vorkindergartenalter anzubieten. Seitdem kümmern sich Frauen und auch ein Mann um die Kleinen, damit ihre Mütter einmal Zeit für Besorgungen haben.

In Bubenreuth kommt der Besuchsdienst KONTAKT zu älteren und meist pflegebedürftigen Mitmenschen nach Hause. 20 Frauen bieten neben Gespräch auch Unterstützung und Hilfe wie Besorgungen, Spaziergänge oder Fahrten zum Arzt oder ins Kino an. Einmal im Monat gibt es ein gemütliches Beisammensein für Pflegebedürftige.

Durch die Auswahl mehrerer sozialer und caritativer Projekte wollte die Stiftung einem besonderen Anliegen der pastoralen Planung der Erzdiözese gerecht werden. Außerdem wurden Initiativen besonders gewürdigt, die unterstützende Netzwerke für schwierige Situationen des Alltags geknüpft haben.